Inzwischen buhlen Unternehmen um Fachkräfte von morgen

Artikel vom 18.11.2021

Lukas Klus

Was gehört zu einer guten Bewerbung? Das konnte man beim Bewerbungscheck erfahren. Bild: Sascha Stüber

Gut besucht war die Oldenburger Jobmesse am Wochenende. Früher haben hier vor allem junge Leute nach potenziellen Arbeitgebern gesucht – heute suchen vor allem Unternehmen nach Nachwuchs

Zum 15. Mal fand in den Weser-Ems-Hallen die Jobmesse in Oldenburg statt. Etwa 50 Aussteller informierten hier an diesem Wochenende über Karriere und Berufseinstiegsmöglichkeiten. Vor allem junge Menschen wanderten durch die Hallen, um sich über Berufsperspektiven zu informieren. Um dies zu ermöglichen, gab es ein breites Programm. Zu den Ausstellern gehörten vor allem Unternehmen und Ämter, die Berufsperspektiven präsentierten. Als mögliche künftige Arbeitgeber der jungen Besucher haben sie informiert, aber natürlich auch kräftig die Werbetrommel gerührt. Ausbildung, duales Studium und andere Karrierewege sollten hier attraktiv gemacht werden.

Neben dem Angebot der Aussteller bot die Jobmesse aber auch weiteres Programm. Verschiedene Vorträge und Workshops informierten über passende Berufswahl und das Bewerbungsverfahren. Das Durchchecken von Bewerbungsschreiben wurde außerdem als Serviceleistung auf der Messe angeboten. Schließlich ist eine gute Bewerbung ein entscheidendes Element im Berufseinstieg. Martin Kylvåg, Geschäftsführer der Jobmessen, betont, wie wichtig das Knüpfen von Kontakten bei der Berufswahl ist. Gerade dafür sei die Jobmesse sehr hilfreich.

Breite Zielgruppe

Der Vorteil, den er bei der Jobmesse gegenüber vergleichbaren Veranstaltungen sieht, ist die breitere Zielgruppe. Nicht nur Auszubildende und Ausbildungssuchende sollen angesprochen werden. Auch etwa Quereinsteiger und Menschen mit Interesse an Weiterbildung gehören zur Zielgruppe der Jobmesse.

Tatsächlich traf man unter Besuchern ein breites Spektrum. Zwar liefen einem überwiegend junge Besucher über den Weg, diese sind aber aus ganz unterschiedlichen Interessen vor Ort. Wie zum Beispiel Alina Müller und Theresa Harms, die beide bereits ausgelernt haben. Trotzdem zogen sie am Samstag interessiert über das Messegelände. Sie sind auf der Suche nach etwas Neuem, nach Möglichkeiten zur Weiterbildung, das betonen sie. Aber auch Berufseinsteiger gehörten zu den Besuchern. Anthony Vink etwa ist Schüler auf der Suche nach einer Ausbildung. Er hat schon einige interessante Berufe ausmachen können, sagt er.

Einige Besucher zeigen sich etwas verwundert, dass die Jobmesse relativ klein ist. In diesem Jahr hat das auch mit den Bedingungen der Coronapandemie zu tun.

Fachkräfte gesucht

Laut Geschäftsführer Martin Kylvåg gab es in den letzten Jahren aber noch eine andere wichtige Veränderung. „Früher waren die Jobsuchenden klar in der Mehrheit“, sagt er. Inzwischen seien es eher die Aussteller, die auf der Jobmesse die Fachkräfte von morgen suchen. Dem pflichtet auch Katrin Hobbie von den Sozialstationen der Diakonie bei. Sie versuchte mit ihren Kollegen, Besucher für die Pflege zu begeistern. Mit der Messe zeigt sich sehr zufrieden. Für den Stand der Diakonie-Sozialstationen gab es laut ihrer Aussage mehr Resonanz als erwartet und viele Gespräche mit Interessierten. Am Sonntag ging die Jobmesse nach zwei Tagen auch schon wieder zu Ende.


 

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