Kanalisation in Oldenburg wurde versehentlich zu tief verlegt – Baufirma muss Fehler korrigieren

Artikel vom 27.03.2024

Thomas Husmann

Die Flötenstraße ist zur Korrektur eines Baufehlers erneut gesperrt worden. Bild: Markus Minten

In der Flötenstraße in Oldenburg ist ein Regenwasserkanal zu tief verlegt worden. Die erneute Straßensperrung ärgert die Ohmsteder.

Oldenburg - Eine Hinweisgeberin aus Ohmstede witterte einen Skandal: In der Flötenstraße war im vergangenen Jahr für mehrere Monate eine Baustelle aufgemacht worden. „Seit einer Woche ist dort jetzt wieder eine Großbaustelle, die nirgendwo angekündigt wurde“, ärgerte sich die Frau in ihrer Mail an unsere Redaktion.

Oftmals sei im vergangenen Jahr dort weder für Fußgänger noch für Fahrradfahrer ein Durchkommen gewesen. Man konnte glauben, dass die Bauarbeiten nie enden würden. Doch irgendwann war dann die Erleichterung der Ohmsteder groß, als endlich alles fertig war.

Was läuft dort falsch?

Doch nun sei wieder kein Durchkommen. Alles, was im vergangenen Jahr mühsam gepflastert worden sei, sei wieder aufgerissen worden. Sie fragt: „Was ist dort falsch gelaufen? Es sieht chaotisch aus, die Firma scheint überfordert. Wer bezahlt das alles? Wann ist endlich Schluss mit der Bauerei?“

OOWV-Sprecher Heiko Poppen kann die Angelegenheit aufklären. Tatsächlich sind in diesem Bereich Nachbesserungen erforderlich, teilte er mit. Auf einer Länge von 17 Meter sei der Kanal zu tief eingebaut worden, wie beim Prüfen der Bestandspläne festgestellt worden sei. Korrigiert werden müsse auch die Position von zwei Schächten und der Einlaufbereich am Flötenteich. OOWV-Sprecher Poppen: „Wo gearbeitet wird, passieren Fehler und die gilt es zu beheben.“

Keine Kosten für OOWV

In diesem Sinne sei die bauausführende Firma noch bis Monatsende vor Ort. Dem OOWV als Auftraggeber entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Diese bleiben bei 370?000 Euro netto für die Gesamtmaßnahme, so Poppen weiter.

Der OOWV hatte sich mit den Arbeiten der Stadtverwaltung angeschlossen, die am Ufer des Flötenteichs die Aussichtsplattform erneuerte. 170?000 Euro hatte die Stadt dafür ausgegeben. Zukünftig werden zusätzlich zum Oberflächenwasser aus dem Gebiet auch das Regenwasser vom Dach der neuen Sporthalle sowie von den gepflasterten Flächen vor der Halle (insgesamt sind das 3000 Quadratmeter) in dem Kanal gesammelt – wenn er denn auf dem richtigen Niveau verlegt ist. Ursprünglich floss dort die Beverbäke, die dann aber verrohrt wurde.

Wasserstand regulieren

Durch das neue Bauwerk kann zukünftig der Wasserstand des Flötenteiches besser reguliert werden, der eine wichtige Funktion als Wasserspeicher beziehungsweise Regenwasserrückhaltebecken hat. So kann das Wasser 25 Zentimeter hoch angestaut werden – was einem Volumen von rund 12?500 Kubikmetern entspricht. Andersherum kann der normale Wasserspiegel um 35 Zentimeter abgesenkt werden – bisher waren es nur 15 Zentimeter. Insgesamt befinden sich in dem nur maximal 1,5 Meter tiefen Teich bei einem normalen Wasserstand 40?000 Kubikmeter Wasser.


 

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