Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen

Artikel vom 09.09.2022

Wolfgang Alexander Meyer

Arbeiten im gemeinsamen Atelier in Oldenburg: Das Künstlerpaar Petra und Peter Knauer Bild: Wolfgang Alexander Meyer

Das Kunstprojekt „Offene Arteliers“ läuft an den kommenden zwei Wochenenden in Oldenburg und umzu. Mit dabei ist das Künstlerpaar Petra und Peter Knauer, das sich viel von der Aktion verspricht.

Wer Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen will, um zu erleben, wie ihre Werke entstehen, hat jetzt jede Menge Gelegenheiten dazu. Denn an den kommenden zwei Wochenenden läuft wieder das Projekt „Offene Arteliers“ in Oldenburg und umzu. Mittlerweile in der zehnten Auflage laden dabei lokale Künstlerinnen und Künstler interessierte Besucher in ihre Ateliers ein, um Einblicke in ihre Arbeitsweise zu gewähren und ins Gespräch zu kommen.

Traditionell gibt es dabei eine Teilung: In diesem Jahr empfangen zuerst die Künstler außerhalb des Oldenburger Stadtgebietes die Besucher. Die Oldenburger Künstler-Kollegen öffnen ihre Ateliers am folgenden Wochenende (siehe Infobox).

Ein Stein in der Hand

Mit dabei sind auch Peter und Petra Knauer aus Oldenburg. Das Ehepaar gehört bereits seit Jahren zum Künstler-Stamm des Projektes und freut sich auf den Austausch mit den Besuchern. In ihrem gemeinsamen Atelier arbeiten die beiden, jeder für sich, an ihren Werken, die sich auf den ersten Blick deutlich voneinander unterscheiden und doch eine Verbindung haben.

Petra Knauers Bilder wirken oft wie die Oberfläche eines Steines, den man durch eine Lupe betrachtet. Und wenn man sich mit ihr unterhält, merkt man sofort, dass man mit diesem Eindruck nicht auf dem Holzweg ist. „Ich habe ganz oft einen Stein in der Hand, wenn ich arbeite“, sagt die Künstlerin, für die ein einzelner Stein die ganze Welt sein kann.

Auffällig sind bei ihren Werken die weichen Linien und unregelmäßigen Oberflächen. „Die ergeben sich, weil ich mit Asche arbeite, in der sich manchmal noch Rückstände wie kleine Nägel oder Materialsplitter befinden“, sagt Petra Knauer. Ihre Bilder sind aber viel mehr als mit Farbe vermischte Verbrennungsrückstände. Sie wecken Assoziationen beim Betrachter und laden ein, genau hinzuschauen, um die Details zu entdecken, aus denen sich das Gesamtbild ergibt.

Peter Knauer hingegen arbeitet bei seinen Werken gerne mit klaren Linien und leuchtenden Farben. Wiederkehrende Elemente sind auch das Spiel mit Licht und Schatten, Fenster oder Treppenstufen. Beim Malen trägt er mehrere Farben übereinander auf, kratzt oder wäscht sie dann zum Teil wieder herunter. „Meine gestochen scharfen Linien produziere ich, indem ich mit Bändern arbeite, die ich über das jeweilige Bild spanne, übermale und dann wieder entferne“, verrät er. Wie genau er dabei vorgeht, will Knauer aber nicht verraten.

So unterschiedlich die Werke des Künstlerpaares auch wirken, die beiden haben einen starken künstlerischen Einfluss aufeinander. „Wir sitzen oft in unserer Gartenlounge und sprechen über unser Ideen und Entwürfe“, sagt Peter Knauer, während seine Frau zustimmend nickt. Ratschläge würden die beiden grundsätzlich voneinander annehmen, denn als Konkurrenten sehen sie sich nicht. Ihnen sei es wichtiger, sich gegenseitig bei der Arbeit zu unterstützen.

Platz für Neues

Von den „Offenen Arteliers“ versprechen sich die beiden viel. „Man bekommt jede Menge Input von den Besuchern. Außerdem ist die Veranstaltung ein guter Anlass, das eigene Atelier aufzuräumen, alte Bilder noch mal anzuschauen und Platz für Neues zu schaffen“, sagt Petra Knauer.

OFFENE ARTELIERS

Das Projekt „Offene Arteliers“ läuft in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal in Oldenburg und umzu.

Dabei gibt es zwei Termine, an denen Künstler ihre Werke präsentieren. Sie laden Kunstinteressierte ein, ihnen bei der künstlerischen Arbeit über die Schulter zu schauen.

Am 10. und 11. September gibt es rund um Oldenburg (Landkreise Friesland, Ammerland, Oldenburg sowie in den kreisfreien Städten Wilhelmshaven und Delmenhorst) insgesamt 31 Anlaufstellen für interessierte Besucher.

Am 17. und 18. September öffnen Künstler in Oldenburg ihre Ateliers. Es gibt insgesamt 38 Anlaufstellen im gesamten Stadtgebiet.

Die Öffnungszeiten sind jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen und alle Adressen, an denen Kunst gezeigt wird, gibt es auf der Homepage des Projektes im Internet:

www.offene-arteliers.de


 

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