Von gemütlich bis atemberaubend

„La Ola“, die Alternative zum Oldenburger Kramermarkt, starteten am Donnerstag auf dem Freigelände neben der Weser-Ems-Halle. 60 Schausteller sind auf dem Gelände vertreten. BILDER: STÜBER

OLDENBURG – Es ist ein einziges Gekichere und Gegackere, das aus der Tiefe nach oben zur Tribüne dringt. Unten dreht sich irgendwas, das aussieht wie eine Waschtrommel, in rasantem Tempo. Die Menschen in dem Irgendwas werden platt an die Wand gepresst, der Boden unter ihren Füßen verabschiedet sich eine Etage tiefer und sie bleiben einfach an der Wand kleben. Und kichern. Sie hängen im „Rotor“ an der Wand – ein Fahrgeschäft, das neben vielen spektakulären Attraktionen, beliebten Klassikern und Kinderkarussells der Oldenburger Kramermarkt–Alternative „La Ola“ die besondere Note verleiht.

Klein, aber fein

„La Ola 2.0“ reicht an die Größe des Kramermarkts bei Weitem nicht heran, ist aber nicht minder attraktiv. Schließlich können die zugelassenen bis zu 5.000 Besucher auf dem Gelände an der Weser-Ems-Halle Fahrgeschäfte besteigen, die normalerweise zu dieser Jahreszeit nur beim Oktoberfest in München oder der Cannstatter Wiesen zu sehen sind. „La Ola“ bietet also jedem, der das will, einen Adrenalin-Kick, der es in sich haben dürfte: Die Schausteller befördern ihre Fahrgäste in schwindelerregende Höhen, lassen sie dann einfach fallen oder mit über 100 Stundenkilometern rotieren.
Aber auch die Liebhaber der gemütlichen Fahrgeschäfte kommen nicht zu kurz. Dafür sorgt nicht zuletzt auch ein Rummel-Urgestein Ottfried Hanstein mit seinem Kettenkarussell und seinem Riesenrad. Der 70-jährige Bremer ist ein echtes Kirmeskind und wollte schon als Junge den elterlichen Betrieb übernehmen. Sein erstes Fahrgeschäft war das Kettenkarussell seines Vaters, seit 20 Jahren hat er noch das Riesenrad: „Früher war eine Kirmes gemütlicher, heute ist alles schneller und mit viel mehr Action.“

Das Paket stimmt

Die Corona-Krise sei schwierig gewesen, aber jetzt geht es wieder los, sagt der 70-Jährige und lädt zur Fahrt ins Riesenrad ein: „Die Aussicht ist toll. Lassen Sie sich das nicht entgehen. Und wer Höhenangst hat, der muss einfach immer geradeaus gucken.“ Für Michael Hempen vom Oldenburger Schaustellerverband stimmt das „LaOla“-Paket: „Es gibt auch noch Oldtimer im Innenhof, Gaukler, einen Prinzessinnentag, Elvis rennt hier auch rum. Wir sind größer als im letzten Jahr und dürfen 5.000 Leute rein lassen: Hier kann ein tolles Leben stattfinden.“
„La Ola“ öffnet bis zum 10. Oktober immer von donnerstags bis sonntags von 14 bis 22 Uhr.
Als Hygienebeitrag zahlen Besucher einen Euro, Kinder bis drei Jahre zahlen nichts.

 Attraktionen: Die Besucherinnen und Besucher erwarten auf der knapp 14.500 m² großen Freifläche zahlreiche Fahr- und Laufgeschäfte, darunter auch vier Kinderfahrgeschäfte. Dabei sind: der Freifallturm „Hangover – The Tower“, die „Wilde Maus“, der „Original Rotor“, ein Riesenrad, „Der Wellenflug“, die Rundfahrgeschäfte „Kick Down“, „Take Off“, ein „Break-Dance“ und der „Musik-Express“ sowie eine Geisterbahn, das Laufgeschäft „Big Bamboo“, die Konga-Schaukel, der Booster „Fighter“, ein Autoscooter und die Überschlagschaukel „Looping the Loop“.

 Hygienekonzept: Der Freizeitpark wird in einem Einbahnstraßensystem aufgebaut, so dass es zu möglichst wenigen Begegnungen von Besucherinnen und Besuchern kommen kann. Vor jedem Geschäft wird es Stationen zur Hand-Desinfektion geben. Auch jeder einzelne Stand erstellt ein speziell auf das Geschäft abgestimmtes Hygiene-Konzept. Auf dem Gelände herrscht keine generelle Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzbedeckung. Nur in Bereichen und Fahrgeschäften, wo der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Maske vorgeschrieben.


 

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