Kein Lockdown, aber Maskenpflicht in der Oldenburger Innenstadt

VON FABIAN SPECKMANN

Eine menschenleere Fußgängerzone wäre die Folge eines kompletten Lockdowns. Den soll es nach Möglichkeit nicht geben. Um die Folgen der Pandemie einzudämmen, gilt in der Oldenburger Innenstadt und an verschiedenen anderen Centren jetzt allerdings eine Maskenpflicht. FOTO: SPECKMANN

Oldenburg. Die Corona-Pandemie nimmt auch Oldenburg immer fester in den Griff. Ein kompletten Lockdown, inklusive einer menschenleeren Fußgängerzone, wird es nicht geben, sehrwohl aber Einschränkungen. Am Dienstag hat die Stadtverwaltung bekannt gegeben, dass ab sofort in der Innenstadt eine Maskenpflicht gilt. Doch das ist noch nicht alles.

Das neuartige Coronavirus hat für eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation mit starker Zunahme der Fallzahlen im Bereich der Stadt Oldenburg innerhalb weniger Tage gesorgt. Mittlerweile hat sich die Zunahme des Infektionsgeschehens auf alle Stadtteile ausgedehnt mit einer Inzidenzzahl über 35 pro 100.000 Einwohner. Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung im Bereich der Stadt Oldenburg wird derzeit als hoch eingeschätzt, heißt es in der neuen Verfügung.

Ziel müsse sein, die Infektionskurve zu verlangsamen, um eine weitere Ausbreitung innerhalb des Stadtgebietes zu verhindern. Weitreichende effektive Maßnahmen seien daher dringend notwendig, um im Interesse des Gesundheitsschutzes Infektionsketten schnellstmöglich zu unterbrechen und im Interesse der Bevölkerung und des Gesundheitsschutzes die dauerhafte Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems in Oldenburg sicherzustellen.

Um das zu erreichen gilt an folgenden Orten bis vorerst zum 10. November die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen:

-       im der Bereich der Oldenburger Innenstadt (innerhalb des Wallrings, einschließlich seiner der Innenstadt zugekehrten Fußwege) einschließlich der Heiligengeistraße zwischen Heiligengeistwall und Bahnüberführung Pferdemarkt)

-       auf dem jeweiligen Freigelände der Einkaufscentren von REAL (Kaufpark Etzhorn und Kaufpark Kreyenbrück), des MACO-Kaufparks, des Einkaufslandes Famila Wechloy und Scheideweg und des Homeparks Oldenburg (IKEA, OBI, Küchen-Meyer), jeweils einschließlich der Parkplätze

-       auf dem Gelände aller Oldenburger Wochen-, Bio- und Bauernmärkte einschließlich der örtlich angrenzenden Parkplätze. Die Maskenpflicht besteht auch für Passanten ohne Kaufabsicht, die das Marktgelände lediglich passieren.

Doch es gibt noch mehr neue Maßnahmen. Die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) hat den geplanten Grünkohlsonntag am 1. November abgesagt. Traditionell öffnen zu diesem Anlass auch die Oldenburger Geschäfte ihre Türen zu einem verkaufsoffenen Sonntag, der damit auch entfällt. „Wir haben gemeinsam mit dem City-Management Oldenburg das Für und Wider abgewogen und uns letztendlich aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens schweren Herzens dazu entschlossen, die Veranstaltungen abzusagen“, bedauert Silke Fennemann, Geschäftsführerin der OTM. „Wir folgen damit den aktuellen Vorgaben und Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus (COVID-19). Der Schutz der Gesundheit von Ausstellern, Gastronomen, Mitarbeitern und Besuchern ist uns wichtiger. In einer solch schwierigen Situation ist es bedeutend, Verantwortung zu übernehmen und wir hoffen sehr, dass man unsere Entscheidung nachvollziehen kann.“

„Besonders vor dem Hintergrund der langwierigen Anstrengungen, den verkaufsoffenen Sonntag zu ermöglichen, schmerzt uns die Absage,“ ergänzt CMO-Vorsitzender Friedrich-August Fisbeck. „Viel schwerer würde für den Handel allerdings eine Rückkehr zu den Einschränkungen der ersten Jahreshälfte wiegen. Das gilt es um jeden Fall zu verhindern. Auch wir wünschen uns natürlich, dass die Menschen gesund bleiben – Kunden, Mitarbeiter und Inhaber!“

Schweren Herzens hat die Stadt außerdem entschieden, dass es in diesem Jahr keinen Lamberti-Weihnachtsmarkt geben wird. Auch eine alternative Veranstaltung kann nicht durchgeführt werden.


 

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