Meilenstein für den Klimaschutz

Demonstration: Vor der Umweltausschusssitzung trafen sich Vertreter vom Klimabündnis und von Fridays for Future auf dem Gelände des Technischen Rathauses, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Foto: Thomas Husmann

Oldenburg – Der Klimaschutz braucht eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Darin waren sich in der Sitzung des Umweltausschusses alle einig – allen voran die Professoren Bernd Siebenhüner und Ulrich Scheele von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie Umweltdezernent Sven Uhrhan. Einziges Thema der Sondersitzung  in der vorletzten Woche war der Weg Oldenburgs hin zur Klimaneutralität, die im Jahr 2035 erreicht werden soll. Der Ausschuss erteilte der Verwaltung den Auftrag, bis Oktober ein Maßnahmenkonzept zu entwickeln.

Oldenburg hat gute Voraussetzungen aufgrund des Fehlens von Groß-Industriebetrieben, eines Flughafens oder Kohlekraftwerks. Da gehe es anderen Städten schlechter. Die Kommunen hätten große Steuerungsmöglichkeiten, um die Energiewirtschaft (Stichworte Solartechnik und Windkraft), den Verkehr (ÖPNV/E-Mobilität), die Gebäude (energetische Sanierung) und die Landwirtschaft für die CO2-Reduktion zu nutzen. Der Siedlungsdruck führe zu Nachverdichtungen, dem Verlust von Natur, Bodenversiegelungen und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit für die Folgen von Extremniederschlägen.

Aber Oldenburg müsse sich nicht verstecken, was den Klimaschutz angeht. In der Stadt sei durch Fridays for Future und die Forschung in der Universität ein hohes Engagement vorhanden, so Scheele. Die Ziele und Ansprüche sollten aber nicht zu hoch gehängt werden, andernfalls drohe Frust. Die IHK und die lokale Wirtschaft müssten zudem eingebunden werden.

Die Hauptlast der Arbeit trägt allerdings die Stadtverwaltung, die z.B. zur Sondersitzung aufgefordert war, in drei Szenarien Berechnungen vorzulegen, die sämtlich zum Ziel haben, das verbleibende CO2-Budget nicht zu überschreiten und dabei eine Klimaneutralität für 2030, 2035 oder 2040 zu erreichen. Mit dem CO2-Restbudget wird die Menge Kohlendioxid beschrieben, die statistisch alle Oldenburger noch ausstoßen dürften, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Die beratenden Ausschussmitglieder von Fridays for Future waren unter dem Strich zufrieden. Viviane Michaelis: „Wir hatten uns – gemeinsam mit dem Bündnis ,Oldenburg Klimaneutral 2030‘ – für ein früheres Zieljahr ausgesprochen, da Oldenburg als Stadt ohne Industrie auf jeden Fall vorziehen muss. Trotzdem sind wir sehr froh über den Schwung, den das Thema in den letzten eineinhalb Jahren in der Stadt bekommen hat.“

Leonie Mazalla, Fossil Free: „Dieser Beschluss ist definitiv ein Meilenstein über den wir nach der ganzen Arbeit um den Leitantrag stolz sein können. Wir blicken gespannt auf die Erstellung eines Konzepts und werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass der Druck von Außen zur Einhaltung der Zwischenziele nicht nachlässt.“


 

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