Nach Spezial-Therapie – Mattis Rollator ist jetzt ausgezogen

Artikel vom 20.07.2022

Friederike Liebscher

Matti ist nun ohne Gehilfen mit seinen Eltern in der Stadt unterwegs. Bild: privat

Der vierjährige Matti kam in der 24. Schwangerschaftswoche in Oldenburg als frühes Frühchen zur Welt. Dank einer Therapie in Bremen und Spenden von NWZ-Lesern hat er nun Laufen gelernt.

Mit den anderen Kindern den Hang herunterrennen – das war im Dezember vergangenen Jahres der größte Wunsch des dreijährigen Matti. Er kam als Frühchen in der 24. Schwangerschaftswoche auf die Welt und leidet an einer Zerebralparese. Im Kindergarten und unterwegs mit seinen Eltern war er deshalb auf Hilfsmittel angewiesen, frei laufen konnte er nicht.

Unglaublicher Erfolg

Die große Hoffnung seiner Eltern Vanessa und Dennis Menke: eine Spezialtherapie in Bremen. Nach einem Bericht in der NWZ hatten über den Verein Kinderlachen Oldenburg viele Leser gespendet, um dem Jungen die teure Behandlung zu ermöglichen.

Nun können sich seine Eltern mit einer unglaublichen Erfolgsmeldung melden: Matti kann laufen. Nach mehreren Wochen Behandlung im Therapiezentrum für Kinder und Erwachsene (TKE) im Januar und Juni hat er so große Fortschritte gemacht, dass der Rollator im Kindergarten nicht mehr benötigt wird. „Der ist ausgezogen und steht auf dem Dachboden“, erzählt Vanessa Menke überglücklich. „Erst war Matti noch mit Stützen unterwegs, aber seit dem zweiten Behandlungsblock brauchten wir die auch nicht mehr. Wir können jetzt auch ohne Kinderwagen in die Stadt. Matti schafft alle Wege allein“, erzählt die 31-Jährige. Das war vor einem Jahr noch undenkbar.

Bis dahin war es ein anstrengender Weg für den Jungen. Seine Therapie im Rahmen einer Studie bestand aus speziellen Massagen, einer Dehnung der Sehnen und Muskeln durch Physiotherapie und Training auf einer Vibrationsplatte. „Es war nicht immer einfach. Matti hat auch geweint. Es gibt auch Eltern, die dann den Raum verlassen“, berichtet Vanessa Menke. „Er wollte aber immer gerne dorthin.“

Zwei Blöcke von jeweils zehn Tagen dauerte die sogenannte NART-Therapie. „Nach den ersten zehn Tagen konnte Matti schon drei bis vier Schritte laufen. Nach dem zweiten Durchgang hat es in seinem Kopf endgültig Klick gemacht. Er hat das Laufen für sich entdeckt“, so seine Mutter stolz.

Neue Freiheit

Damit hat sich der heute Vierjährige eine ganz neue Selbstständigkeit erobert. „Er wird von den anderen Kindern ganz anders wahrgenommen. Nicht mehr als Baby, sondern als gleichaltriger Junge“, sagt Vanessa Menke. „Natürlich fällt er auch mal hin, so wie alle Kinder. An seinem Gang kann man auch erkennen, was er hinter sich hat. Aber er kann nun Fahrrad fahren mit Stützen und ist fröhlich mit den anderen unterwegs“, so seine Mutter. „Das alles haben die Therapie in Bremen und die Spenden der NWZ-Leser möglich gemacht“, möchte sie sich bedanken. Damit Matti auf einem guten Weg bleibt, sind auch bereits die nächsten Termine im TKE im kommenden Jahr fest eingeplant.


 

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