Neues Lokal „Anton“ zieht ins Oldenburger Renfordt-Haus

Artikel vom 10.01.2022

Karsten Röhr

Eines der ältesten Gebäude: Das Haus, in dem 68 Jahre der Juwelier Renfordt war an der Ecke Lange Straße/Wallstraße, soll Kneipe und Café werden mit Eingängen zu beiden Seiten. Bild: Karsten Röhr/Archiv

Das heutige Renfordt-Haus steht seit dem 17. Jahrhundert an der Ecke Lange Straße/Wallstraße. Im Spätsommer oder Herbst soll in dem historischen Gebäude ein neues Lokal eröffnen. Zuvor war dort lange Jahre eine „Burger King“-Filiale.

Zwei junge Oldenburger wollen einem historischen Haus in der Innenstadt neues Leben einhauchen. Hanna Reuter, die Tochter des erfolgreichen und kürzlich verstorbenen Oldenburger Gastronomen Hannes Hoyer, der auch der „Strohhalm“ in der Wallstraße gehört, und Leon Burdekat, der Sohn von Hoyers Freund und Geschäftspartner Irmin Burdekat, haben Pläne für das Renfordt-Haus auf der Ecke Lange Straße/Wallstraße.

Die Pläne

In dem fast 350 Jahre alten Gebäude, das auf das Jahr 1678 zurückgeht – nach dem Stadtbrand als Kaufmannshaus mit Warendiele errichtet – war zuletzt die Fast-Food-Kette Burger King, aktuell ist hier ein Testzentrum eingerichtet.

Leon Burdekat, der auch das „Ma“ entwickelt hat (Schlachte in Bremen und Rathausmarkt in Oldenburg), das sich unter dem Dach der Celona-Gruppe befindet, sagte auf Anfrage: „Wir hatten gehört, dass ,Burger King’ ’raus wollte und wollten gerne etwas gutes Neues für die Wallstraße haben, und nicht noch ein Wettstudio oder noch eine Shisha-Bar, wir wollten lieber etwas machen, das wirklich zur Wallstraße passt.“

Das neue ,Anton’, das dort entstehen soll – der Bauantrag muss noch gestellt werden – ist als Café und Kneipe mit kleiner Küche geplant, mit zwei Eingängen, zur Langen Straße als Café, zur Wallstraße als Kneipe. Die Fenster, die jetzt starr sind, sollen geöffnet werden können. Burdekat sagt: „Das wird kein neumodischer Kram, wir wollen nicht den allerneuesten Trends hinterherrennen, sondern das Gebäude wieder in den Vordergrund stellen und auch das alte Mauerwerk wieder zeigen. Das soll eine Wohlfühlkneipe sein, mit einer Theke mit echtem Old-School-Charakter, so wie früher Kneipen gemacht wurden.“ Die beiden Gastronomen rechnen damit, „dass viele junge Leute da sein werden, wir wollen aber die Brücke zwischen den Generationen schlagen, als Lokal für alle“, sagte Burdekat. Auch das „Anton“ wird unter dem Celona-Dach geplant. Der Name ist auf Graf Anton Günther und die Oldenburger Geschichte gemünzt.

Je nach Genehmigung würden Hanna Reuter und Leon Burdekat gerne im Spätsommer oder im Herbst eröffnen.

Die Geschichte

Im Renfordt-Haus war früher die Samenhandlung Mehrens, das Gebäude war ab 1752 auch Versammlungsort der Freimaurer, es ist auch das Geburtshaus des Oldenburger Malers Richard tom Dieck (1862-1943). Der Juwelier und Uhrmacher Renfordt, der 1935 aus Gelsenkirchen nach Oldenburg gezogen war, hatte hier 68 Jahre seinen Sitz. 1953 kaufte Friedrich Wilhelm Renfordt das Haus, vor 20 Jahren, im Dezember 2001, wurde geschlossen.

Lokal neben Lappan

Konkret werden jetzt auch die Pläne der neuen Mieter der ehemaligen Rossmann-Immobilie neben dem Lappan. „Wir fangen im Januar in der zweiten Kalenderwoche an zu renovieren“, so Mehmet und Mustafa Gümüs am Donnerstag.

Dafür planen sie „mindestens drei bis vier Monate“ ein. Eröffnet werden soll voraussichtlich „im Juni oder Juli“. Geplant ist ein Lokal mit türkischer und italienischer Küche und familiärem Charakter, mit viel Patisserie, großem Frühstück, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen und Abendessen. Mustafa Gümüs: „Es wird vor Ort alles frisch gebacken.“ Abends sollen Gerichte wie Rindfleisch, Nudeln und türkische Pide serviert werden, einen Alkoholausschank wird es nicht geben.


 

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