Parkplatz droht einzustürzen

Bis auf Weiteres werden auf dem Platz vor der ehemaligen Exerzierhalle keine Fahrzeuge mehr parken. BILD: HUSMANN

OLDENBURG – Schreck in der Morgenstunde für die Marktkaufleute vom Wochenmarkt: Als sie am Dienstag ihre Kleinlaster wie gewohnt auf dem Parkplatz zwischen der „Alten Maschinenschlosserei“   und der „Exerzierhalle“ neben dem Standesamt abstellen wollten, war der Platz zunächst in Teilen gesperrt. Die Sperrung wurde im Verlauf des Vormittags auf den gesamten Bereich ausgeweitet.
Mehr als 50 vor allem von den Kunden des Wochenmarkts dienstags, donnerstags und samstags genutzte Parkplätze fallen damit bis auf Weiteres weg.

Maßnahme der Stadt

„Die Stadt Oldenburg hat die Parkfläche vor der Exerzierhalle am Pferdemarkt gesperrt, weil unter ihr größere Hohlräume festgestellt worden sind“, teilte auf Nachfrage unserer Redaktion Stadtsprecher Reinhard Schenke mit. In den vergangenen Wochen hätten sich auf der Fläche mehrere Versackungen gezeigt, die jetzt von einer Fachfirma genauer untersucht worden seien. Dabei habe sich herausgestellt, dass sich unter dem Asphalt größere Hohlräume befänden. Woher diese stammten, könne derzeit noch nicht genau gesagt werden.
Schenke: „Sie haben aber erhebliche Auswirkungen auf die Belastbarkeit der Fläche, die als Parkplatz genutzt wird. Um die Sicherheit nicht zu gefährden werden ab sofort große Teile der Fläche  abgesperrt, Autos und Lkw können dort nicht mehr parken.“  Besucherinnen und Besucher des Wochenmarkts werde deshalb empfohlen, die Parkplätze an der 91er Straße zu nutzen oder auf andere Verkehrsmittel zurückzugreifen.

Probleme für Marktleute

„Eine längerfristige Sperrung ist für uns eine Katastrophe“, sagte Gerd Schumacher, Vorsitzender des Vereins der Marktkaufleute, der auf dem  Wochenmarkt an seinem  Stand Obst und Gemüse verkauft, auf Nachfrage. Denn neben den 50 Stellplätzen, die Marktbeschicker und  Besucher nutzen, sind an der Straße Pferdemarkt  Parkplätze für die Installation von Bügeln zum Anschließen von Fahrrädern geopfert worden. „Das befürworten wir grundsätzlich, doch nun schmerzt der Verlust der vier Parkplätze an dieser Stelle doch  ein wenig“, so Schumacher.
Die Stadtverwaltung hat unterdessen reagiert. „Den Marktkaufleuten werden Abstellflächen am Bundesbahnweg entlang der Bahnlinie angeboten“, teilte Stadtsprecher Reinhard Schenke mit. Dort befänden sich zwei Bushaltestellen, die aktuell nicht angefahren würden. Von dort sei der Pferdemarkt zu Fuß in drei bis vier Minuten zu erreichen, so der Stadtsprecher. Die Beschilderung werde in Kürze geändert und die (Sonder-)Parkkarten würden entsprechend ausgestellt.

Hinweis im Häuserbuch

Im Häuserbuch von Günter Wachtendorf ist unter der Adresse Pferdemarkt 9 an dieser Stelle ein Packhaus von 1886 mit Dampfmühle erwähnt – mit Maschinenhaus und Schornstein.  1903 brannte es bis auf die Grundmauern ab.
In den Folgejahren sind  in dem Buch  nach einem offensichtlichen Wiederaufbau Um- und Erweiterungsbauten beschrieben. Alle Gebäude schieden 1940 aus der Brandkasse aus und wurden 1966 abgerissen.
Naheliegend ist, dass sich unter dem Gebäude Kellerräume befanden, die nicht ordnungsgemäß verfüllt wurden. Denkbar ist aber auch, dass bislang unbekannte Rohre unter dem Gelände verlaufen, die eingestürzt sind.
Die ehemalige Exerzierhalle des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91 an der  Johannisstraße  wird heute vom Staatstheater genutzt.


 

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