Polizei geht gegen Autoposer in Oldenburg vor

von Anja Biewald

ZUR BEWEISSICHERUNG GEHÖRT DIE GENAUE DOKUMENTATION VON VERÄNDERUNGEN AN DEN FAHRZEUGEN. AM ENDE WURDEN MEHRERE FAHRZEUGE SICHERGESTELLT. BILD: SASCHA STÜBER 

Beamte stellen Fahrzeuge sicher – 34 Ordnungswidrigkeiten und eine Beleidigung

Aufheulende Motoren, Raserei in den Wohngebieten, nächtliche Versammlungen, wummernde Musikanlagen: Die Autotuningszene hat sich in Oldenburg über Jahre hinweg zu einem Ärgernis entwickelt. Vor allem Anwohner der frequentierten Straßen und Viertel fühlen sich in ihrer Ruhe gestört und durch die Raserei gefährdet. Bei einer großangelegten Kontrolle hat die Polizei am Freitag bis in die Nacht hinein Kraftfahrzeuge der Szene unter die Lupe genommen, teils aus dem Verkehr gezogen und letztlich noch ein Strafverfahren wegen einer Beleidigung eingeleitet.

Einsatz bis in die Nacht

Die Kontrollgruppe „Autotuning“ der Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland führte die mobilen und stationären Kontrollen ab 16 Uhr bis in die Nachtstunden hinein im Stadtgebiet durch. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, standen neben dem Feststellen und Ahnden von sogenanntem Poser-Verhalten auch die Verfolgung von Verkehrsverstößen wie überhöhte Geschwindigkeiten, das laute Aufheulenlassen der Motoren und illegale technische Veränderungen an den Fahrzeugen im Fokus der Beamtinnen und Beamten. Insgesamt wurden gezielt 37 Fahrzeuge im Hinblick auf etwaige Verstöße überprüft. Dabei wurden 34 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt – davon allein elfmal das Erlöschen der Betriebserlaubnis. Zu einer Straftat kam es, als ein Polizeivollzugsbeamte durch einen Betroffenen beleidigt wurde.

Gutachter muss ran

Vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurden im Rahmen der weiteren Beweissicherung drei Pkw und ein Motorrad. Sie wurden sichergestellt, um durch einen Gutachter überprüft zu werden.

Die Kontrollgruppe „Autotuning“ der Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland wurde im Jahr 2018 gegründet, nachdem sich die Beschwerden der Oldenburger Bürgerinnen und Bürger gehäuft hatten. Die knapp 30 Beamtinnen und Beamten wurden unter anderem von externen Fachkräften ausgebildet, um die erforderlichen Kontrollen qualifiziert und beweissicher durchführen zu können.

Ordnungsamt mit im Boot

Für den umfangreichen Einsatz am Freitagabend in Oldenburg bekamen die Mitglieder der Kontrollgruppe zusätzlich Unterstützung vom Ordnungsamt der Stadt Oldenburg. Auch nahmen Beamtinnen und Beamte der Polizeiinspektionen Heidekreis und Osnabrück an der Kontrolle teil.


 

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