Respekt-Training stärkt das Miteinander an der Grundschule

Artikel vom 08.03.2022

Hannah Uhlhorn

Die Kinder der Klasse 3C der Paul-Maar-Schule freuten sich über das Respect-Training, das die Stiftung der Sparda-Bank größtenteils finanziert hat. Mit dabei: (von links) Wenke Teebken, Hermann Kruse, Elena Bräuer und Oliver Henneke Bild: Martin Remmers

Für die Kinder der Paul-Maar-Schule in Oldenburg steht das Thema Respekt auf dem Stundenplan. Coach Oliver Henneke schult die Grundschüler in einem wertschätzenden Miteinander.

Eine Gruppe Kinder turnt durch die Sporthalle der Paul-Maar-Schule in Oldenburg. In kleinen Gruppen bilden sie Buchstaben auf dem Hallenboden und stellen in Rollenspielen Konfliktsituationen auf dem Schulhof nach. Mit dabei ist auch Oliver Henneke, Gründer und Konflikttrainer des Vereins „!Respect“. In insgesamt drei Wochen absolviert er ein sogenanntes Verhaltenscoaching zum Thema Respekt mit allen Klassen der Grundschule.

Kommunikation stärken

Ziel dieses Trainings sei es, das Miteinander der Klassengemeinschaft zu stärken, Schülerinnen und Schülern Handlungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen beizubringen und die Kommunikation untereinander zu stärken, erklärt Wenke Teebken, Lehrerin an der Paul-Maar-Schule. „Die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Kinder haben durch Corona stark abgenommen“, sagt Elena Bräuer, Klassenlehrerin der 3C und Projektkoordinatorin der Schule. „Wir sind keine Brennpunktschule und haben daher kein großes Problem mit Respekt zwischen den Schülern. Wir hoffen trotzdem, dass das Programm den Schülern nochmal einen Anstoß gibt.“

Ziel des Programms

Verbunden mit Spiel und Spaß übt Oliver Henneke mit den Kindern der 3C die richtige Körperhaltung in Konfliktsituationen, respektvolle Kommunikation unter Mitschülern und gegenseitige Hilfestellung. Außerdem werden einige Spiele gespielt, die den Klassenzusammenhalt stärken sollen. „Der Vorteil dieser Übungen ist, dass die Kinder durch die Bewegung mit ihrem ganzen Körper lernen. Das ist in diesem Alter viel effektiver, als nur im Klassenzimmer zu sitzen und sich Folien anzuschauen“, erklärt der Verhaltenscoach. „Unser Ziel ist es, die Kinder wortstark zu machen, denn reden hilft in den meisten Konfliktsituationen im Leben. Außerdem lernen sie, Grenzen zu setzen und ihrem Gegenüber respektvoll und ohne Gewalt gegenüberzutreten.“ Etwa 70 Grundschulen jährlich besuchen die Trainer des Vereins mit ihrem Programm.

Eine Menge gelernt

Das Training kommt auch bei den Kindern gut an. Hannes, neun Jahre alt, konnte eine Menge lernen. „Respekt bedeutet für mich, dass man Menschen nett und höflich behandelt und andere nicht ausgrenzt“, sagt er. Der ebenfalls neunjährige Junes erzählt: „Man sollte andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden will.“

Unterstützung der Sparda-Bank

Gefördert wird das Programm von der Stiftung Münster der Sparda-Bank West. Dreiviertel der Kosten werden so übernommen. „Respekt ist ein Grundwert, den wir gerne fördern“, sagt Hermann Kruse, Filialleiter der Sparda-Bank West Oldenburg. „Zusammen mit dem Verein Respect unterstützt unsere Stiftung daher gerne Schulen, Lehrer, Eltern und Schüler auf dem Weg für mehr Wertschätzung und friedliches Miteinander.“


 

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