Stadt erneuert Bewerbung

Auch direkt in der Innenstadt, im „Cupido“ ist ein Testzentrum eingerichtet worden. Schnelltests spielen bei einem möglichen Modellprojekt eine entscheidende Rolle. Foto: Martin Remmers

Oldenburg – Ungeachtet des Hin und Her in Berlin und Hannover hält die Stadt Oldenburg an ihren Plänen fest, am Modellversuch für weitere Öffnungsschritte der Wirtschaft teilzunehmen. Allerdings muss sich die Stadt ein zweites Mal bewerben.

Die Stadtverwaltung arbeite „mit Hochdruck“ an einem Konzept, in das noch weitere Aspekte eingepflegt werden, teilte Stadtsprecher Stephan Onnen auf Nachfrage mit. Insbesondere der wissenschaftliche solle dabei mehr in den Vordergrund rücken.

In der neuen Corona-Verordnung des Landes heißt es unter anderem, dass ein Modellprojekt „der Erprobung von Testkonzepten zur Feststellung einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-Cov-2“ dienen müsse. Die Stadt will eng mit der Universität Oldenburg zusammenarbeiten, damit Erkenntnisse gewonnen, diese verifiziert und möglichst auf andere Kommunen übertragen werden können.

Ziel des Versuchs, der landesweit in ausgewählten Kommunen starten soll, ist eine weitergehende Öffnung von Geschäften, Dienstleistern, Gastronomie und Kultur. Voraussetzung dafür wäre das Vorlegen eines tagesaktuellen negativen Schnelltests. Dafür gäbe es an Service-Stationen an den Hauptzugängen zur Innenstadt einen „City-Pass“, der das Einkaufen in den teilnehmenden Geschäften sowie – in einem weiteren Schritt – die Nutzung von (Außen-)Gastronomie und den Besuch kultureller Veranstaltungen erlaubt.

Vorliegen musste das Konzept der Landesregierung bis zum Mittwoch, 18 Uhr. Das Land wolle laut Onnen Ostersamstag entscheiden, welche Kommunen teilnehmen dürfen. Dass Oldenburg dann aber – wie es die Verordnung zulassen würde – am kommenden Dienstag, 6. April, starten könne, ist vermutlich auszuschließen. Nach einem Ja aus Hannover müssten erst einmal die notwendige Infrastruktur aufgebaut, Personal eingesetzt und detaillierte Absprachen mit den Geschäften getroffen werden. Angesichts der vollkommen offenen Entscheidung könne das nicht alles im Vorfeld geschehen.

Die Chancen Oldenburgs, eine der Testkommunen zu werden, sind nicht schlecht. Neben der engen Zusammenarbeit mit der Uni und der Beteiligung des Staatstheaters als kultureller Aspekt spricht vor allem ein Argument dafür: die Sieben-Tages-Inzidenz. Ein Modellprojekt ist nur möglich, wenn diese „nicht mehr als 200 beträgt“. Während die Infektionszahlen in vielen Städten und Landkreisen in Niedersachsen zuletzt stark gestiegen sind, bewegen sie sich in Oldenburg auf einem einigermaßen stabilen Niveau zwischen 80 und 90. Das Modellprojekt ist auf die Dauer von drei Wochen befristet.

Ausdrückliche Unterstützung kommt von City-Management Oldenburg (CMO), Standortgemeinschaften, Verbänden und Unternehmen. Sie verweisen auf das laut Robert-Koch-Institut geringe Infektionsrisiko im Handel und den Stufenplan des RKI, der neben der Inzidenz auch die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten berücksichtigt.


 

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