Start-ups aus Oldenburg überdurchschnittlich erfolgreich

Artikel vom 11.01.2022

Markus Minten

Das GO! Start-up Zentrum unterstützt Gründer in den ersten Monaten durch spezielles Coaching, hinten links Projektleiterin und Coach Alexandra Wurm. Bild: privat

Das GO! Start-up Zentrum in Oldenburg unterstützt Gründer in den ersten Monaten durch spezielles Coaching. Der überwiegende Teil fand seinen Platz am Markt – und macht schon ordentlich Umsatz.

Es gibt Untersuchungen, nach denen es 95 Prozent der Unternehmensneugründungen nicht an den Markt schaffen. Oder anders herum: Gerade einmal fünf Prozent überstehen die Gründungsphase. Andere Untersuchungen gehen von einer Erfolgsquote von zehn Prozent aus, wenige von 20.

So oder so kein Vergleich mit Zahlen, die das GO! Start-up Zentrum liefert: 30 der 40 teilnehmenden Start-ups konnten sich seit dem Start des „Accelerator-Programms“ im Jahr 2018 einen Platz in ihrer Branche sichern und sind noch aktiv, macht 75 Prozent. Accelerator bedeutet Beschleuniger. Und der Name ist Programm: Es soll jungen Unternehmen helfen, den Weg an den Markt möglichst schnell und erfolgreich zu finden.

„Eines der besten“

Und noch ein paar Zahlen – die von Projektleiterin Alexandra Wurm sehr positiv bewertet werden – sind bei einer Umfrage herausgekommen: „Mit einer Gesamtfinanzierung von über zwölf Millionen Euro und mehr als vier Millionen Euro Umsatz zeigen die 30 aktiven Start-ups, dass mit ihnen auch zukünftig zu rechnen ist.“

Das GO! Start-up Zentrum war 2018 eines von zehn Zentren in Niedersachsen, spezialisiert auf Branchen, in denen es in Oldenburg geballtes Wissen und viel Erfahrung gibt: Digitalisierung, Energie, Gesundheit, Nachhaltigkeit und (neu) Künstliche Intelligenz. Mittlerweile sind ein paar weitere Start-up-Zentren hinzugekommen. Aber Oldenburg sei „eines der besten“, sagt Alexandra Wurm nicht ohne Stolz.

Zwei Runden pro Jahr

Zweimal im Jahr – im März und im September – bietet das GO! Start-up Zentrum Start-ups mit den vielversprechendsten Geschäftsideen die Chance, an dem sechsmonatigen Programm teilzunehmen. Gemeinsam mit Experten aus allen gründungsrelevanten Bereichen und Investoren sollen dadurch das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung optimal auf den Markt vorbereitet werden. Die Teilnehmer profitieren von der Infrastruktur des TGO und von gebündelten Kontakten. Und sie haben keine Kosten für die Vermittlung von Kenntnissen. Das Ergebnis zeigt für Alexandra Wurm, dass „Start-ups mit der richtigen Betreuung äußerst gute Chancen für langfristiges Bestehen haben“. Und nicht nur die Gründer profitierten vom Erfolg ihrer Unternehmen: „Auch für Investoren ist die höhere Überlebenschance der Start-ups aus dem Programm ein attraktiver Faktor.“

Ideen und Personen

Bewerbungen sind niedrigschwellig. Es müsse kein Wirtschaftsplan für die nächsten fünf Jahre vorgelegt werden, so Alexandra Wurm. Wichtiger sei, dass die Gründer sich mit ihrer Idee auseinandergesetzt hätten. Vor allem aber zählt die Person selbst.

Längst nicht alle Bewerber kommen in den Genuss der Förderung: In der letzten Förderperiode hatten aus 101 Bewerbungen (darunter auch welche aus Afrika, Serbien und Montenegro, die unberücksichtigt blieben) letztlich 20 Start-ups Erfolg, je Halbjahr sind es fünf bis sechs. Die Altersspanne der Gründer reichte von 18 bis 74 Jahre. „Das sind Menschen, die Bock haben“, so Alexandra Wurm. „Vom Schrauber bis zum Doktor-Titel.“ Ende 2022 endet für das GO! Start-up Zentrum die zweite Förderperiode. Alexandra Wurm ist aber zuversichtlich, dass mindestens eine dritte folgen wird.

GRÜNDER-HILFE

Das GO! Start-up Zentrum Oldenburg  ist Bestandteil des Technologiezentrums Oldenburg (TGO) und vereint ein Netzwerk aus Akteuren der Bereiche Digitalisierung, Energie, Gesundheit sowie Nachhaltigkeit. Es bietet Start-ups direkten Zugang zu Experten, Know-how, Mentoren und Investoren.

Zehn Coaches sind fest in das Programm integriert. Rund 20 weitere Personen umfasst der Mentorenpool.

Die Bewerbungsphase für den neunten Durchgang des Intensivcoachings von Start-ups endet am 15. Januar. Start der neuen Unterstützungsphase ist am 1. März. Das Programm beinhaltet neben einem kostenfreien Zugang zum Coworking-Space im TGO regelmäßige Workshops, Zusammenarbeit mit Experten und einen Zugriff auf ein großes (Investoren-)Netzwerk.

Mehr Infos unter www.gruenden-oldenburg.de


 

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