Tankrabatt schon nach wenigen Tagen kaum zu spüren

Artikel vom 08.06.2022

Chelsy Haß

Am ersten Tag der Spritpreisbremse zeigten viele Tankstellen-Preistafeln in Oldenburg, wie hier an der Donnerschweer Straße, noch niedrigere Zahlen an. Bild: Torsten von Reeken

Die Freude über den Tankrabatt in der Stadt Oldenburg ist bei vielen Autofahrern schnell verpufft. Bereits kurz nach Beginn der Steuersenkung stiegen die Preise bereits wieder merklich.

Wieder günstiger tanken können – das war das Versprechen des Tankrabatts. Während vor wenigen Tagen noch die Befürchtung im Raum stand, es könne Sprit-Engpässe und lange Warteschlangen vor den Tanksäulen geben, sind die Literpreise für Benzin und Diesel in Oldenburg schon kurz nach Beginn der Steuersenkung am 1. Juni wieder deutlich gestiegen.

Viele Autofahrer sind ernüchtert. „Ehrlich gesagt ärgert mich das richtig. Das sollte eine Entlastung für uns sein, denn alles um uns herum wird teurer“, sagte eine Oldenburgerin am Dienstag an einer Tankstelle im Stadtgebiet.

Preisdschungel

Dabei war alles ganz anders geplant: Durch eine dreimonatige Senkung der Energiesteuer sollte der Sprit weniger kosten. Bei Benzin sollte das bis zu 35 Cent pro Liter ausmachen, bei Diesel rund 17 Cent. Am 31. Mai lag der Tagesdurchschnitt an Oldenburger Tankstellen noch bei 2,18 Euro für einen Liter Super und 2,04 Euro für Diesel. Am 1. Juni gingen die Literpreise tatsächlich merklich nach unten. Der Durchschnitt lag bei 1,91 beziehungsweise 1,88 Euro pro Liter.

Knapp eine Woche später sieht es da schon wieder anders aus. Für einen Liter Super mussten Autofahrer an Oldenburger Tankstellen am Montag im Schnitt zwei Euro bezahlen. Für einen Liter Diesel wurden 1,97 Euro fällig. Zum Vergleich: Würde der Tankrabatt in Gänze bei den Verbrauchern ankommen, sollten die Literpreise für Benzin und Diesel in Oldenburg bei etwa 1,83 beziehungsweise 1,87 Euro (31. Mai als Vergleichswert) liegen.

Senkung kommt nicht an

Woran es genau liegt, dass der Rabatt nicht an den Tankstellen ankommt, wisse er nicht, erklärte ein Oldenburger Tankstellen-Pächter, der namentlich lieber nicht genannt werden möchte. „Wir können darüber nur spekulieren“, sagte er weiter.

ereits vor Wochen war davor gewarnt worden, dass die Senkung der Energiesteuer nicht den Autofahrerinnen und Autofahrern zugutekommen könnte. Denn die Mineralölkonzerne sind nicht dazu verpflichtet, die Ermäßigung weiterzugeben.

Gewinne für Konzerne

So können die Konzerne aus dem Tankrabatt bedeutende Gewinne schlagen, hieß es. „Wundern würde es mich nicht. Aber leider haben viele Leute nicht die Wahl. Ich bin beruflich auf das Auto angewiesen und fahre viel. Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als regelmäßig zu tanken, egal wie teuer“, sagte ein Oldenburger am Dienstag.

Wer trotz erneut steigender Preise darauf achten möchte, bei der günstigsten Tankstelle im Umkreis zu tanken, kann die Spritpreise in der Stadt Oldenburg in Echtzeit vergleichen. Dafür gibt es zahlreiche Apps, die auf dem Smartphone installiert werden können. Bekannte Anbieter der Spritpreis-Vergleichs-Services sind beispielsweise Mehr Tanken, Clever Tanken oder der ADAC.

STÄDTEVERGLEICH

Dass Spritpreise stark schwanken können, ist bekannt. Das gilt nicht nur von Tankstelle zu Tankstelle, sondern auch von Stadt zu Stadt.

Der Anbieter Clever Tanken zählt in einer Statistik die 100 größten Städte Deutschlands auf und vergleicht die Durchschnittspreise für Diesel und E10 miteinander.

Die Stadt Oldenburg ist mit dabei und liegt im Mittelfeld.

Ein Liter Diesel kostete hier am Montag im Schnitt 1,97 Euro. Damit liegt Oldenburg auf Platz 48 direkt hinter Saarbrücken und Haaren. Überdurchschnittlich teuer war ein Liter Diesel am Montag mit 2,09 Euro in Trier, verhältnismäßig günstig war es in Freiburg mit 1,93 Euro.

Bei dem Preis für einen Liter E10 lag Oldenburg mit 1,94 Euro auf Platz 55. Am günstigsten war der Literpreis am Montag mit 1,87 Euro in Regensburg, überdurchschnittlich teuer war E10 mit 2,11 in Konstanz.


 

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