Tausende demonstrieren in Oldenburg für die Vielfalt

Artikel vom 19.06.2023

Friederike LiebscherLiza SteenemannKim Kristin Loschen

Auch Oldenburger Schulen zeigten Flagge: Die Lehrer und Schüler der Berufsbildenden Schulen 3 schlossen sich der Demonstration an.  Bild: Kim Kristin Loschen

Zum Christopher Street Day sind am Samstag Tausende Teilnehmer in die Oldenburger Innenstadt gekommen. Etwa 11 000 Demonstranten schlossen sich nach Angaben eines Polizeisprechers dem friedlichen Zug an.

Oldenburg - Regenbogenfarben, soweit das Auge reichte: Der Oldenburger Christopher Street Day (CSD) hüllte den Schlossplatz und die Innenstadt in ein buntes Farbenmeer. Bereits zum 29. Mal fand an diesem Samstag der (CSD) in Oldenburg statt. Das diesjährige Motto: „Queere Vielfalt leben – sichtbar und sicher!“.

Friedliche Demonstration in den Straßen

Knapp 11?000 Menschen hatten sich nach Angaben der Polizei der Demonstration angeschlossen und zogen friedlich und ausgelassen feiernd durch die Straßen.

Einer von ihnen war Maik (25). Er war begeistert von der Atmosphäre auf dem Oldenburger Schlossplatz: „Es ist alles schön hier. Hier fühlt sich der Oldenburger wohl.“ Er findet, dass die Menschen andere Menschen akzeptieren müssen, wie sie sind. Die 21-jährige Merry war zusammen mit ihren Freunden hier, um sie zu unterstützen. „Ich bin selber lesbisch und stehe auf Frauen“, saget die Oldenburgerin. Sie ist der Meinung, dass es heutzutage kein Problem mehr sein sollte, lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder queer (LSBTQ) zu sein. Gemeinsam wollen sie ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.

Friedliche Demonstration in den Straßen

Knapp 11?000 Menschen hatten sich nach Angaben der Polizei der Demonstration angeschlossen und zogen friedlich und ausgelassen feiernd durch die Straßen.

Einer von ihnen war Maik (25). Er war begeistert von der Atmosphäre auf dem Oldenburger Schlossplatz: „Es ist alles schön hier. Hier fühlt sich der Oldenburger wohl.“ Er findet, dass die Menschen andere Menschen akzeptieren müssen, wie sie sind. Die 21-jährige Merry war zusammen mit ihren Freunden hier, um sie zu unterstützen. „Ich bin selber lesbisch und stehe auf Frauen“, saget die Oldenburgerin. Sie ist der Meinung, dass es heutzutage kein Problem mehr sein sollte, lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder queer (LSBTQ) zu sein. Gemeinsam wollen sie ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.

Allgegenwärtig in der Stadt zu sehen war die bekannte Regenbogenfahne: als Umhang, Gesichtsschminke oder Shirt-Aufdruck. Darunter mischten sich bei der Demo die Banner der zahlreichen teilnehmenden Gruppierungen sowie einiger politischer Parteien. Auch die Fahnen der Ukraine und der EU waren zu sehen und mahnten, nicht zu vergessen, dass Unrecht und Diskriminierung überall auf der Welt ein aktuelles Thema sind.

Das bewegte auch Menschen wie Ingrid und Peter Stahlken, seit 50 Jahren verheiratet, sich an der Demo zu beteiligten. „Wir haben vor 30 Jahren schwule Männer kennengelernt, waren später auch ihre Trauzeugen“, erzählt die 74-jährige Oldenburgerin. „Jeder Mensch, ob dünn, dick, arm, reich oder schwul, soll sein Leben leben.“

Nach Angaben der Polizei verlief die Veranstaltung friedlich. Die Polizei hatte im Vorfeld empfohlen, auf Autofahrten in die Innenstadt zu verzichten.

Am Pferdemarkt staute sich dennoch der Verkehr. Zahlreiche Autofahrer zeigten sich ungeduldig und zeigten ihre Empörung durch lautes, permanentes Hupen.

„Dafür setzen wir ein Zeichen“

Neben der zentralen Demonstration gab es erstmals nach der Corona-Pandemie wieder die „Nacht der kleinen Künste“. Bis in den Morgen feierten die Demonstranten bei sommerlichen Temperaturen in der Innenstadt.

„Mir geht es hier aber nicht um die Party“, erzählt die 24-jährige Jasmin. Sie hat sich kunstvoll mit lilafarbener Glitzerfabe geschminkt, blickt aber ernst. „In anderen Ländern steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Auch dagegen setzen wir Zeichen.“ Das sieht auch Transfrau Freyja Pex von Roden so. „Heute können wir uns hier frei zeigen und bewegen. Es geht aber auch um alle anderen 364 Tage im Jahr.“

Pride-Monat

Im Juni wird traditionell der Pride-Monat gefeiert, der in New York City dieses Jahr am 26. Juni in der Pride-Parade mündet. Sie geht auf die „Stonewall“-Aufstände von 1969 zurück. Damals hatten sich Feiernde in der beliebten LGBT-Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street im Greenwich Village in Manhattan gegen eine Polizei-Razzia gewehrt.

Vor mehr als 50 Jahren – zum ersten Jahrestag der Krawalle – zogen etwa 4000 Menschen durch New York und forderten Gleichberechtigung, heute erinnert der Christopher Street Day (CSD) weltweit an die Vorfälle. Er steht für das Selbstbewusstsein der LGBTQI-Gemeinschaft und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Daher ist oft auch von Pride (engl. „Stolz“) die Rede.


 

Blaulicht-Ticker

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