Tausende EWE-Kunden sollen sogar 110 Prozent mehr für Gas zahlen

Artikel vom 19.05.2022

Jörg Schürmeyer

Für einige EWE-Kunden verdoppelt sich ab Juli der Gaspreis. Bild: 123RF

Um 30 Prozent soll der Gaspreis bei der EWE zum 1. Juli in der Grundversorgung steigen. Diese Nachricht vom Dienstag hat nicht wenige Kunden des Oldenburger Energiekonzerns geschockt.

Noch ungleich härter trifft es aber Tausende Kunden, die jetzt Post von der EWE bekommen haben. „Mir hat die EWE heute eine Erhöhung zum 1. Juli um 109,7 Prozent angekündigt“, schrieb unserer Redaktion ein Leser aus Ganderkesee. Statt 7,33 Cent pro Kilowattstunde sollen künftig 15,37 Cent fällig werden. „Dass eine Erhöhung kommt, war mir schon klar, aber in dieser Höhe macht sie mich ein wenig sprachlos“, meinte eine Leserin aus Oldenburg, die ebenfalls Post bekommen hatte.

Mehr als verdoppelt

Doch wie kann es sein, dass sich der Gaspreis für einige Kunden auf einen Schlag mehr als verdoppeln soll, während die EWE doch parallel eine Erhöhung um „nur“ 30 Prozent ankündigt? Ein EWE-Sprecher erläuterte auf Anfrage, dass sich die Erhöhung um rund 30 Prozent – konkret um 3,11 Cent pro Kilowattstunde auf 13,17 Cent brutto – auf Kunden in der Grund- und Ersatzversorgung (Tarif „Erdgas comfort“) beziehe und die Steigerung zum seit 1. April gültigen Preis anzeige.


EWE hebt Gaspreis zum 1. Juli drastisch an

Kunden, die jetzt Schreiben bekommen hätten, in denen ihnen Preiserhöhungen von 100 Prozent und mehr angekündigt wurden, seien Kunden mit älteren Sonderverträgen, etwa den Tarifen „EWE Erdgas classic“, „EWE Erdgas online“, „EWE Erdgas Trio“ oder „EWE BioErdgas“. Beim „classic“-Tarif gehe es um etwa 40?000 Kunden, bei den übrigen um „wenige Hundert Kunden“, sagte der Sprecher.

Bei Kunden mit solchen Verträgen seien die Preise – anders als bei den Kunden in der Grundversorgung – zum 1. April nicht erhöht worden. Nun komme es aber zu einem „Nachholeffekt“, erläuterte der Sprecher. Sprich, weil EWE für Kunden mit solchen Sonderverträgen zum 1. April keine Erhöhung vorgenommen hatte, wird diese zum 1. Juli nachgeholt – also praktisch zwei Erhöhungen auf einen Schlag.

Folgeangebot geplant

Offenbar ist man sich bei EWE der besonderen Problematik bei diesen Kunden, die künftig sogar mehr zahlen müssten als in der Grundversorgung, durchaus bewusst. „Wir machen diesen Kunden ein Folgeangebot, das unter dem Preis in der Grund- und Ersatzversorgung liegen wird“, sagte der EWE-Sprecher. Das würde die drastische Erhöhung zumindest etwas abfedern. Wirklich verraucht ist der Ärger bei vielen der betroffenen Kunden indes nicht. „Günstigeres Angebot hin oder her – wenn jemand eine Preiserhöhung um mehr als 100 Prozent ankündigt, fühlt man sich als Kunde schon ziemlich veräppelt“, sagte ein Leser aus Oldenburg.


 

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