Unter besonderen Umständen

Von Torben Rosenbohm

Ein Eindruck aus der Installation „Independence in Space & Virtual Reality“, die seit dieser Woche jeweils nach Sonnenuntergang am Edith-Russ-Haus zu sehen ist – auch im Internationalen Museumstag, der an diesem Sonntag ansteht. BILD: THOMAS OSWALD

OLDENBURG – Geöffnet sind sie wieder, die Museen in Oldenburg – aber so ganz „richtig“ fühlt sich alles längst noch nicht wieder an. Zum Internationalen Tag der Museen an diesem Sonntag, 17. Mai, haben sich die Verantwortlichen allerdings einiges einfallen lassen, um trotz der außergewöhnlichen Umstände ein abwechslungsreiches Programm anzubieten – sowohl vor Ort als auch virtuell.

Mit dabei sind das Edith-Russ-Haus für Medienkunst, das Horst-Janssen-Museum, das Landesmuseum Natur und Mensch, das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, der Oldenburger Kunstverein und das Stadtmuseum Oldenburg. Auf ihren Internetseiten informieren die Einrichtungen jeweils über Öffnungszeiten, Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen sowie über mögliche Abweichungen von der Regel, dass der Eintritt an diesem Tag grundsätzlich frei ist.

Am entschlossensten auf ein Angebot vor Ort setzt das Edith-Russ-Haus für Medienkunst in der Katharinenstraße. In den Räumlichkeiten ist noch bis einschließlich 14. Juni die Ausstellung „Possessed Landscapes“ zu sehen, von der man sich am Internationalen Museumstag einen Eindruck verschaffen kann.

Im Mittelpunkt stehen „Arbeiten über Landschaften, die durch industrielle Ausbeutung grundlegend verändert wurden“. Zudem ist seit dieser Woche die Installation „Independence in Space & Virtual Reality“ jeweils ab Sonnenuntergang von außen erlebbar.

Das Horst-Janssen-Museum präsentiert derweil die neue Dauerausstellung über den Künstler und bietet den Besucherinnen und Besuchern unter anderem interaktive Stationen, um in Leben und Werk Janssens einzutauchen. Online gibt es eine Video-Führung und Hinweise zur Aktion „#JanssenBeiMirZuhause“.

Online-Führung mit Dr. Stamm

Virtuell wird es auch im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte: Museumsdirektor Dr. Rainer Stamm führt in einer digitalen Führung durch das Werk von Franz Radziwill, Meister des Magischen Realismus. Geöffnet ist am Internationalen Museumstag nicht nur das Museum im Schloss, auch Augusteum und Elisabethpalais locken zum Besuch.

Das Motto „Vielfalt und Inklusion im Museum“, das den programmatischen Kern des Jahres im Landesmuseum Natur und Mensch (Damm) ausmacht, rückt auch in den Fokus am Museumstag – auch und gerade online. Mit einem Archäologiequiz für daheim und einem Online-Rundgang durch die Räumlichkeiten des Museums liefern die Verantwortlichen einen virtuellen Ausflug in das Angebot des Hauses.

Neues gibt es im Oldenburger Kunstverein (Ecke Damm/Elisabethstraße). Die Ausstellung „Wolken in der zeitgenössischen Kunst - flüchtig - zeichenhaft - bedrohlich“ ist seit diesem Freitag eröffnet und darf auch am Museumstag erkundet werden. Und auch der Kunstverein ist online aktiv: mit einem Wolken-Quiz, einem Online-Malwettbewerb oder vielfältigen Inspirationen, aus heimischen Ressourcen Wolkiges zu bauen.

Zu guter Letzt hingewiesen sei auf die Angebote des Stadtmuseums Oldenburg. Dort sind gleich zwei Sonderausstellungen zu sehen: „75 Jahre Kriegsende. Erinnerungskultur in Oldenburg“ und „Entdeckt, bewundert, aufgehoben. Vom Sammeln und Zeigen“ (das Sonntagsblatt berichtete). Rein ins Museum also könnte es an diesem Sonntag angesichts der beiden Sonderschauen heißen, aber auch online lockt das städtische Haus mit einem Programm. So gibt es eine Video-Führung durch „Entdeckt, bewundert, aufgehoben“ und weitere filmische Einblicke in das Haus.

Für Abwechslung ist gesorgt – trotz der alles andere als normalen Umstände.


 

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