Warum in den Bornhorster Wiesen gejagt werden darf

Artikel vom 18.04.2022

Thomas Husmann

Die Bornhorster Wiesen sind auch Ziel von vogelkundlichen Wanderungen der Binse. Bild: Archiv

Die Jagd in den Bornhorster Wiesen in Oldenburg wirft Fragen auf. Werden seltene Vogelarten geschädigt? Die Verwaltung hat darauf die Antworten parat.

Die Bornhorster Wiesen sind ein sensibles Thema. Das Naturschutzgebiet ist Bestandteil des EU-Vogelschutzgebiets V 11 „Hunteniederung“. Dennoch führt an der Hunte die von Inlinern, Radfahrern, Joggern und Spaziergängern viel genutzte Freizeitroute an diesem einzigartigen Biotop entlang, das damit eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfährt. Das gilt auch für Landwirte, die die Wiesen im Sommer bewirtschaften und vor allem für Jäger, die dort unterwegs sind.

Andere Arten betroffen

In einem gemeinsamen Antrag haben Grünen- und SPD-Ratsfraktion im Umweltausschuss das Thema „Vogeljagd im Naturschutzgebiet Bornhorster Huntewiesen“ aufgerufen. Die Fraktionen baten die Jägerschaft und Verwaltung um Auskunft, ob durch die Jagd auf Enten seltenere Vogelarten geschützt werden. „Es werden nur Enten bejagt. Jedoch sind durch die Vogeljagd die bisher im NSG ,Bornhorster Huntewiesen’ erlaubt ist, auch Krähenvögel, Ringeltauben, Fasanen, Höckerschwäne, Graugänse, Kanadagänse und Nilgänse betroffen. Alle diese Arten treten nur in geringer Zahl während der Jagdzeiten im Gebiet auf. Im Gebiet wurden auch schon Jäger aus dem Landkreis Cloppenburg beobachtet. Es scheint einen regelrechten Jagdtourismus zu geben. Durch Schüsse der Entenjäger werden auch immer wieder Wildgänse, die ganzjährig geschützt sind, zum Auffliegen und letztlich zum Verlassen des Schutzgebietes veranlasst“, heißt es in dem Antrag weiter.

Kein Fehlverhalten

Dem widerspricht Umweltdezernent Sven Uhrhan: „Die Untere Jagdbehörde der Stadt Oldenburg hat in Bezug auf die Jagdkontrolle festgestellt, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass es in den Bornhorster Huntewiesen zu Fehlverhalten durch die Jäger kommt. Es liegen keinerlei belastbare Informationen über Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten durch das Jagdverhalten der Jäger dort vor. Eine sogenannte ,Jagdkontrolle’ wird in den Revieren der Stadt nicht durchgeführt und ist aus Personalgründen auch nicht umsetzbar. Der Revierinhaber darf Jagd-Einladungen für Gäste aussprechen, hierbei ist es unerheblich, wo der Wohnsitz der eingeladenen Person liegt.“

Das Naturschutzgebiet „Bornhorster Wiesen“ sei ein Brutgebiet nationaler Bedeutung für Wiesenvögel wie Großer Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel. Um den Bruterfolg dieser stark im Bestand gefährdeten Vogelarten zu sichern, sei die Bejagung von Fuchs, Mader, Hermelin oder Iltis erforderlich.

Positive Auswirkung

Die Jägerschaft sorge in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) durch eine gezielte „Entnahme“ der Raubsäuger für deren Reduzierung. Uhrhan: „Dies wirkt sich positiv auf Bruterfolg und Bestand der Wiesenvogelarten sowie deren Erhaltungszustand aus. Diese naturschutzfachlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Oldenburg Stadt e.V. wird von Seiten der Verwaltung sehr begrüßt.“


 

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