Traum von neuer Stadion-Hymne

Artikel vom 01.10.2021

Legen sich für Werder Bremen musikalisch ins Zeug: (von links) Arndt Schweer, Carsten Steenken und Ralf Lübke haben gemeinsam das Lied „Ein Leben lang Grün-Weiß“ herausgebracht und wollen es gerne auch im Weserstadion zu Gehör bringen.   BILD: SPORTFREUNDE OSTERDEICH

OLDENBURG – Was der SV Werder Bremen zuletzt geboten hat, war aus Sicht des Oldenburgers Arndt Schweer vor allem zum Heulen: Im Sommer der Abstieg in die 2. Bundesliga, kürzlich die Niederlage im Nordderby gegen den Erzrivalen HSV, am Wochenende nun die 0:3-Klatsche gegen Dynamo Dresden.
Trotzdem – oder vielleicht auch umso mehr – will der 56-Jährige seinen Verein unterstützen. Auf die musikalische Art. Und das kommt offenbar auch bei einer Werder-Legende gut an.
Die Idee für einen neuen Werder-Song tragen Schweer und Carsten „Casi“ Steenken aus Ramsloh (Landkreis Cloppenburg) schon seit ein paar Jahren mit sich herum. Doch erst in den vergangenen drei Monate haben sie das Projekt richtig angepackt. „Wir hatten erst den Gedanken, ihn noch in der alten Saison fertigzustellen“, erzählt Schweer. Als die jedoch nicht mehr zu retten war, beschloss das Duo, mit dem Song in die neue Spielzeit zu starten.

Eigenes Video

Schweer (Bass und Gesang) und Steenken (Gitarre und Gesang) holten dann mit Ralf Lübke aus Wilhelmshaven einen weiteren Gitarristen mit ins Boot, in dessen Studio zudem die Aufnahmen gemacht wurden. Zoran Grujovksi aus Hamburg, unter anderem Tour-Gitarrist von Udo Lindenberg, konnten sie für die Produktion eines Musikvideos gewinnen. Fertig waren die „Sportfreunde Osterdeich“.
Ihr rockiger Song „Ein Leben lang Grün-Weiß“, der entfernt an den 80er-Klassiker „Boys of Summer“ erinnert, hat Schwung und geht ins Ohr. Das war auch das Ziel. „Wir wollen über die Musik Power und Dynamik ins Spiel bringen“, sagt Schweer. Um das zu erreichen, müsste das Lied allerdings im Weserstadion gespielt werden. Die Schwierigkeit ist bislang, dass nicht so ganz klar ist, wen man dafür überzeugen muss. Die Sportfreunde sind ans Vereins-Präsidium herangetreten, an verschiedene Fanclubs, an Stadionsprecher Arnd Zeigler. Sie sind hartnäckig und nutzen ihr großes Netzwerk als Musiker.

Dreh mit Ailton

Das hat auch dazu beigetragen, dass ihnen für das Musikvideo bereits ein Coup gelungen ist. Denn einen Gastauftritt hat kein geringerer als Fanliebling und Kugelblitz Ailton, der 2004 mit den Grün-Weißen Deutscher Meister wurde. Dabei brauchte es gar keine große Überredungskunst, erzählt Schweer. „Wir haben ein ganz schnelles Ja bekommen.“ Er sei immer bereit, Werder zu unterstützen, so der Brasilianer. Gedreht wurde übrigens unter anderem in einem Restaurant, an dem ein weiterer Ex-Werder-Profi beteiligt ist: in der Südtiroler Hütte von Nelson Valdez in Bremen.
Das Ergebnis ist im Netz zu hören und zu sehen. Die ersten Reaktionen sind sehr positiv, bei Youtube lässt sich bislang nur ein „Daumen runter“ finden. „Aber der kommt von einem HSV-Fan“, grinst Schweer. Was das Projekt perfekt machen würde, wäre der „Daumen hoch“ des Stadion-DJs. Wenn dann der Song der Sportfreunde Osterdeich aus Zehntausenden Kehlen von den Tribünen dröhnen sollte, „dann wird man einen 56-jährigen Mann weinen sehen“, sagt Arndt Schweer. Diesmal allerdings vor Glück.


 

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