Zukunft des Fußballplatzes an der Alexanderstraße bleibt unklar

Artikel vom 14.11.2022

Patrick Buck

Bleibt hier künftig noch Platz für Torschüsse? Auf Teilen des Sportplatzes hinter dem BTB-Gelände an der Alexanderstraße möchte der Verein eine neue Sporthalle bauen. Bild: Patrick Buck

Der BTB will eine neue Sporthalle bauen. Dafür sind Teile eines städtischen Sportplatzes vorgesehen. Doch wie viel bleibt davon übrig? Erste Ideen zu möglichen Planungsvarianten machen die Runde.

Bereits Anfang 2021 war bekannt geworden, dass der Bürgerfelder Turnerbund (BTB) eine neue Sporthalle bauen will. Die Hallen an der Alexanderstraße aus den Jahren 1907 und 1961 sind in die Jahre gekommen. Damit der Sportbetrieb nicht über lange Zeit eingeschränkt ist, schwebt dem BTB kein Abriss und Neubau an selber Stelle vor. Stattdessen hat der Verein ein Auge auf den städtischen Sportplatz geworfen, der hinter dem Vereinskomplex (Verlängerung Schweriner Weg) liegt.

Das macht unter anderem die Bunte Liga Oldenburg nervös, die mit ihren Fußball-Teams regelmäßig auf dem Platz ihre Partien austrägt. Noch offen ist nämlich die Frage, ob nach dem Hallenbau noch ein vollwertiges Fußballfeld übrig bleiben wird.

Der Stand

Nach Informationen unserer Redaktion werden aktuell drei verschiedene Planungsskizzen diskutiert, die jeweils unterschiedliche Varianten neben einer neuen Sporthalle vorsehen: ein Multifunktionsbereich für verschiedene Arten von Bewegung, ein Kleinfeld-Fußballplatz oder ein großer Elf-gegen-Elf-Fußballplatz. Entschieden ist dazu allerdings noch nichts, die Diskussion ist noch in einem frühen Stadium. Von der Stadtverwaltung, der das Sportplatz-Gelände gehört, heißt es: „Ob und in welcher Form dem BTB Flächen für die Erweiterungsplanungen zur Verfügung gestellt werden, muss verhandelt und in den politischen Gremien entschieden werden.“ Im Sportausschuss ist bislang nur die grundsätzliche Idee vorgestellt worden. Kürzlich hat es einen runden Tisch mit Vertretern des Vereins, der Stadt und der Bunten Liga gegeben.

Der BTB

Bei den Details zum Hallenbau hält sich der Verein zurück. BTB-Geschäftsführer Ronald Fischer kündigt auf Anfrage unserer Redaktion an, dass die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert werde, sobald etwas spruchreif sei. Im Moment bewege man sich noch im Ideenstadium. Zu den möglichen Planungsvarianten äußerte er sich nicht. Die Gespräche am runden Tischen bewertete er als konstruktiv.

Den Neubau selbst, der nur ein Baustein zur Modernisierung des Vereins sei, hält Fischer für notwendig. Eine Sanierung der alten Hallen sei nicht wirtschaftlich, zumal man auf die neuen Hallenkapazitäten nicht verzichten könne. Zudem erfüllen die Altbauten nicht mehr die heutigen Anforderungen. Die Zukunft der Bestandsgebäude, die nach Fischers Angaben teils dem Verein, teils der Stadt gehören, ließ der BTB-Vorsitzende offen. Man arbeite jedoch an einer gemeinsamen Lösung mit der Stadt.

Die Bunte Liga

Christoph Frenken, der als Vertreter der Bunten Liga mit am runden Tisch saß, ging mit dem Gefühl aus den Gesprächen, dass die Beteiligten wenig Interesse am Erhalt eines vollwertigen Fußballplatzes hätten. Seiner Ansicht nach bewegt sich die Diskussion in Richtung einer Quartierslösung, also einem offenen Bewegungsbereich für das Wohnviertel.

Frenken sieht das kritisch, zumal die von der Stadt zur Verfügung gestellten Alternativsportplätze in Dornstede (Bereich Elsflether Straße) und an der Nordtangente (hinter dem Restaurant Athos) schlecht erreichbar und/oder für die Öffentlichkeit nicht einsehbar seien. „Wir brauchen Sichtbarkeit für unser Training und unsere Spiele. Nur so werden die Menschen auf unser niedrigschwelliges Fußballangebot aufmerksam und wir generieren Nachwuchs.“

Auch die Möglichkeiten für einen spontanen Freizeitkick würden in der Stadt immer weniger. Der Verein Karo aus der Bunten Liga hat daher eine Petition gestartet, um Druck zu machen, dass auch die Belange der Fußballer außerhalb der Verbandsstruktur bei der Planung mit einbezogen werden.

Die Stadt

Die Stadtverwaltung sagt zu, dass die Bunte Liga im verabredeten Umfang die städtischen Plätze beim BTB, auf der Anlage in Dornstede sowie an der Nordtangente auf absehbare Zeit nutzen kann. Bei der Zukunft des Areals an der Alexanderstraße verweist sie auf die Politik. Grundsätzlich sei es wünschenswert, das Gelände für Sport und Bewegung frei zugänglich zu halten.


 

Blaulicht-Ticker

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