Fehntjer trotzen dem Haushaltsminus

Stellte zusammen mit Frank Cramer und Jens Erdwiens, Leitung Fachbereich I - Zentrale Dienste und Finanzen, den Haushaltsentwurf vor: Bürgermeister Erwin Adams. Foto: Maike Thien

Von Maike Thien


Großefehn. Die Corona-Pandemie sorgt für Einnahmen-Einbrüche im Haushalt der Gemeinde Großefehn. Wurde im März beispielsweise noch mit Gewerbesteuereinnahmen von etwas über 5 Millionen Euro gerechnet, wird jetzt im Mai von Einnahmen von rund viereinhalb Millionen Euro ausgegangen. Insgesamt wird ein Minus von rund 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Die laufenden Einnahmen liegen dabei bei knapp 25 Millionen Euro, dem gegenüber stehen laufende Ausgaben von rund 25,5 Millionen Euro.


Zum Überblick: Die Gemeinde Großefehn hat sich in diesem Jahr auf „notwendige investive Maßnahmen im Pflichtbereich“ beschränkt. Dazu zählen etwa Schulen, Kitas und Feuerwehren. Die geplanten Investitionen insgesamt im Haushalt liegen bei rund 6 Millionen Euro, die geplanten Kreditermächtigungen bei rund 3,6 Millionen Euro. Geplante Tilgungen schlagen mit 889 000 Euro zu Buche, die geplante Neuverschuldung beträgt circa 2, 8 Millionen Euro. Insgesamt wird im Haushalt 2020 ein Schuldenstand zum Ende des Jahres von rund 14,8 Millionen Euro vorgesehen.


Unter anderem plant die Gemeinde im Bereich der Feuerwehrgerätehäuser Ausgaben von 300 000 Euro. Damit eingerechnet sind die Erweiterung des Feuerwehrhauses Bagband sowie das Gebäude für die Ortsfeuerwehr Strackholt. „Die Strackholter Ortsfeuerwehr ist zu klein. Die Gemeinde hat daher ein Gebäude gekauft, das feuerwehrgerecht umgebaut werden soll“, sagte Frank Cramer, Fachbereichsleiter Bürgerservice, am Mittwoch im Gespräch mit der Presse. Des weiteren fließen 195,5 Tausend Euro in den Bestand der Einsatzfahrzeuge. „Das gliedert sich auf in das Fahrzeuggestell und den Fahrzeugaufbau. 2019 wurde in Bagband das Fahrzeuggestell angeschafft, in diesem Jahr folgt für 195,5 Tausend Euro der Fahrzeugaufbau. Ende des Jahres soll ausgeliefert werden“, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde Großefehn, Erwin Adams (Parteilos).


Ein Großteil der Investitionen fließt auch in den Bereich Kitas und Schulen. So sind beispielsweise in diesem Jahr die Sanierung der Aula und des Flachdachs an der Grundschule Mittegroßefehn vorgesehen. 155 Tausend Euro stehen dafür auf der Ausgabenseite. Allerdings darf sich die Gemeinde über einer Förderung von 139,5 Tausend Euro aus dem „KIP“, Kommunalinvestitionsprogramm, freuen.


Ein Großprojekt ist derweil der Erweiterungsbau an der KGS Großefehn, der im Haushaltsplan mit 1 Million Euro Ausgaben für 2020 veranschlagt ist. „Die Schule platzt aus allen Nähten. Wir brauchen Klassenräume, EDV-Räume, Sanitäranlagen und weiteres“, sagte Bürgermeister Adams im Pressegespräch. Auch für das kommende Jahr 2021 sind 1 Million Euro für den Erweiterungsbau im Haushalt vorgesehen. „Wir können bereits in einem Umfang von 1,7 Millionen Euro Ausschreibungen vornehmen, die Rechnungen werden dann im Jahr 2021 kommen“, so Adams weiter. Aktuell befinde man sich mit dem Architekten in der Feinplanung, sodass im Herbst/Winter dieses Jahres die Ausschreibungen erfolgen könnten.


Für den Neubau einer Kindertagesstätte in Ostgroßefehn sind derweil 500 Tausend Euro im Haushalt 2020 eingeplant. Für das Jahr 2021 stehen sogar 1 Million Euro im Haushaltsentwurf. „In diesem Jahr suchen wir ein geeignetes Grundstück für den Neubau. Im kommenden Jahr soll dann der Baubeginn erfolgen“, berichteten Adams und Cramer. Für dieses Projekt erhält die Gemeinde eine Förderung von 360 Tausend Euro. „Da der Neubau für Kindergarten- und Krippenkinder geplant ist, wird die Fördersumme aufgeteilt auf je 180 Tausend Euro für Kita- und Krippengruppe“, sagte Frank Cramer.


Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sind einige „Kleininvestitionen“ im Bereich Tourismus in das nächste Jahr geschoben worden. Als Beispiele nannte der Bürgermeister neue Schulpferde oder ein Blockhaus für die Badeaufsicht.

 

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