Zwei Jollensegler aus Seenot gerettet

Seenotretter und Marineflieger im gemeinsamen Einsatz für zwei Segler, deren Jolle vor Spiekeroog gekentert war. Foto: DGzRS

Ostfriesische Inseln. Ein Rettungshubschrauber der Marine hat am Samstagnachmittag zwei Segler aus der Nordsee gerettet. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, waren die beiden Wassersportler mit einer Jolle zwischen den Inseln Spiekeroog und Langeoog gekentert. Spaziergänger in Höhe des Spiekerooger Zeltplatzes am Westende der Insel hatten dies beobachtet und gemeldet.


Die beiden Segler saßen nach der Kenterung auf dem blauen Rumpf ihres Bootes, hieß es. Zur Unglückszeit herrschten vor Spiekeroog kräftige Westwinde, teilte die DGzRS mit.


Umgehend rückten das Seenotrettungsboot Neuharlingersiel der gleichnamigen Freiwilligen-Station und ein Such- und Rettungshubschrauber des Marinefliegergeschwaders 5 zum Unglücksort aus. Der Hubschrauber befand sich durch Zufall bereits in der Luft, da er zu dem Zeitpunkt mit den Borkumer Seenotrettern trainierte. Seenotretter und Marineflieger trafen nahezu zeitgleich am Unglücksort ein. Der Rettungshubschrauber nahm die verunglückten Segler mit der Winde an Bord und flog sie mit Verdacht auf Unterkühlung in ein Krankenhaus nach Wittmund.


Die Besatzung der Seenotretter versuchte derweil, die kieloben treibende Jolle auf den Haken zu nehmen. Aufgrund einer defekten Klampe am Bug ließ sich jedoch keine Leinenverbindung herstellen. Die Seenotretter mussten die Jolle deshalb treiben lassen. Sie informierten daher die Verkehrszentrale über das Schifffahrtshindernis.


Auch vor Borkum gab es am selben Tag einen Einsatz. Dieser war allerdings sehr besonders: Für zwei Segler und einen Hund ist ihr Segeltörn vor Borkum an Bord des neuen Seenotrettungskreuzers SK 40 der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu Ende gegangen. Gleich zwei Mal am selben Tag waren die Segler in der Emsmündung auf die Hilfe der niederländischen und deutschen Seenotretter angewiesen – und mussten schließlich aus dem Wasser gerettet werden. 


Gegen Mittag hatten die Frau und der Mann nahe der Tonne Osterems 48 Ruderprobleme ihrer Elf-Meter-Segelyacht (Heimathafen Hooksiel) gemeldet. Das Seenotrettungsboot „Jan en Titia Visser“ der niederländischen Seenotrettungsgesellschaft KNRM befand sich zu dieser Zeit ganz in der Nähe auf Kontrollfahrt. Es nahm die Segelyacht auf den Haken und brachte sie samt Besatzung sicher nach Eemshaven. Dort sollte der Defekt repariert werden.


Am frühen Abend meldete der Kapitän der deutschen Autofähre „Ostfriesland“ den Borkumer Seenotrettern der DGzRS, dass dieselbe Segelyacht in der Fischerbalje vor der Insel festgekommen war. Kurz darauf setzte der Skipper einen „Mayday“-Ruf ab (unmittelbare Lebensgefahr). Bei Westsüdwest-Winden um acht Beaufort (bis 74 km/h Windgeschwindigkeit) arbeitete das Boot schwer in der Brandung. Zu diesem Zeitpunkt war das Tochterboot TB 44 des noch ungetauften neuen Seenotrettungskreuzers SK 40, der künftigen HAMBURG, bereits unterwegs zum Havaristen. Ein Windpark-Schiff und ein Lotsenboot waren ebenfalls vor Ort.


Bis auf etwa 50 Meter tastete sich TB 44 vorsichtig heran, um mit dem Leinenwurfgerät eine Verbindung herzustellen. „Plötzlich sahen wir, wie die Segler – vielleicht aus Angst und obwohl wir Anweisung gegeben hatten, an Bord zu bleiben – ihr kleines Schlauchboot bestiegen. Es hat nur Augenblicke gedauert, bis achterliche Winde das kleine, nur etwa zwei Meter lange Boot über den Vorsteven kentern ließen“, berichtet Seenotretter Uwe Gerdelmann, Bootsführer von TB 44.


Die Seenotretter reagierten umgehend. Sie fuhren an die Schiffbrüchigen heran und retteten die beiden etwa 50-Jährigen samt Bordhund aus dem Wasser. Über die Bergungspforte nahmen sie sie an Bord des Tochterbootes. Auf SK 40 erhielten die Geretteten warme Getränke und trockene Kleidung.


Verstärkt um unterdessen alarmierte Freiwillige lief TB 44 kurz darauf mit vierköpfiger Besatzung erneut zu der ungesicherten Segelyacht. Ein Seenotretter stieg auf den Havaristen über und belegte die Schleppleine. TB 44 zog die Segelyacht in tieferes Wasser und schleppte sie sicher in den Borkumer Schutzhafen.

 

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