Aurich macht bei Lavagestein Rückzieher

Kümmerliche Gewächse auf trockenem Boden: Auf dem Georgswall sind die Pflanzbedingungen hochproblematisch. Foto: Peter Saathoff

Von Peter Saathoff


Aurich. Aurichs Georgswall soll grüner werden. Wie aber der Weg hin zu einer dauerhaften grünen Lunge in der Innenstadt beschritten werden soll, bleibt unklar. Die kolportierte Idee, die dürr bepflanzten Flächen mit Lavagestein abzudecken und anschließend Flechten anzusiedeln, ist wieder verworfen, teilte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am Mittwoch mit. Eine entsprechende Vorlage, die nächste Woche im Ortsrat der Kernstadt hätte debattiert werden sollen, wurde von der Verwaltung bereits zurückgezogen. Die Entscheidung über die Zukunft des Georgswalls ist nun auf Herbst vertagt.


„Schlimmer kann es ohnehin nicht mehr werden“, sagte Feddermann. Daher könne sich die Stadt auch die Zeit nehmen, eine „hoffentlich dauerhafte“ Lösung für das Problem zu finden. Die Erde auf dem Wall ist ungewöhnlich hart und nährstoffarm, weil die Linden kaum Nährstoffe übrig ließen. „Deswegen wächst da nichts vernünftig“, sagte Feddermann. Ein örtlicher Gärtnermeister werde nächste Woche eine Idee vorstellen, wie die Stadt dem Problem Herr werden könne, auch ohne jährlich einen sechsstelligen Betrag für die Pflege zu investieren.


Nicht weit entfernt vom Georgswall steht ein weiteres botanisches Problem: die vom Brandkrustenpilz befallene Blutbuche. Während sich der Pilz zwar aktuell nicht weiter ausgebreitet habe, müssen immer noch Seile für die dauerhafte Stabilisierung des mehrere Hundert Jahre alten Naturdenkmals sorgen. „Es ist klar, dass der Baum mit all diesen Hilfsmitteln so nicht ewig stehen kann“, sagte Feddermann. „Der ist nicht mehr standsicher.“


Bis der Baum allerdings gefällt werden könne, werde noch Zeit vergehen, verdeutlichte Iris Brunken, Ingenieurin für Landschaftsarchitektur der Stadt: „Zwischen fünf und zehn Jahren wird der Baum noch leben können.“ So lange wird demzufolge auch der Platz um die Blutbuche herum nicht genutzt werden können. Zuletzt scheiterte ein Neubauplan von Gastronom Arno Fecht an dem Baum, Fecht benötigte die Fläche um den Baum für seine Außenbestuhlung. Daraus wurde nichts, da der Baum nicht gefällt wurde. Wenn es dann aber in fünf bis zehn Jahren soweit sein sollte, ist Blutbuchen-Nachschub bereits ordentlich gewachsen. An der Ecke Julianenburger Straße hat die Stadt zwei neue Buchen gepflanzt. Beide sind bereits knapp fünf Meter hoch.

 

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