23-Jähriger dealte im großen Stil und landet vor Gericht

Artikel vom 24.10.2021

Martina Ricken

Ein 23-jähriger Auricher hat im großen Stil mit Drogen gedealt. Unter anderem verkaufte er zwei Kilogramm Kokain und mehr als 20 Kilogramm Marihuana - und muss sich jetzt vor dem Auricher Landgericht verantworten. Bild: Symbolbild Pexels 

Ein 23-jähriger Auricher wollte das schnelle Geld und verkaufte Drogen im großen Stil. Rund 210.000 Euro setzte er innerhalb weniger Monate um - und steht nun vor Gericht

Durch Drogenhandel in großem Stil wollte ein 23-jähriger Auricher noch mehr Geld verdienen, als seine erfolgreichen Brüder, die sich ihren Wohlstand allerdings durch harte Arbeit erworben haben. Doch Arbeiten sei nicht so sein Ding gewesen, gab der Angeklagte zu, der sich wegen der Rauschgiftgeschäfte vor dem Landgericht Aurich verantworten muss. Mit ihm sitzen seine Freundin und ein Freund, beide 21 Jahre alt und ebenfalls aus Aurich, wegen Beihilfe mit auf der Anklagebank.

Seine illegalen Geschäfte wickelte der Hauptangeklagte über ein verschlüsseltes Handy über Encro-Chat ab. Seit November 2019 war er aktiv und fuhr regelmäßig nach Wilhelmshaven, wo sein Hauptlieferant saß. Bis zum 30. April diesen Jahres brachte er laut Anklage mindestens 24 Kilo Marihuana, zwei Kilo Haschisch und mehr als zwei Kilo Kokain an die Abnehmer. Bei insgesamt 16 Taten soll der Hauptangeklagte laut Staatsanwaltschaft mehr als 210 000 Euro erlangt haben.

Deals auf dem Parkplatz

„Ich wollte Erfolg wie meine Brüder. Ich dachte aber, dass ich auch ohne harte Arbeit schnell erfolgreich sein kann“, gab der Verteidiger im Namen des 23-Jährigen die Einlassung ab. „Ich wollte für alle sorgen, deshalb war ich auf der Suche nach dem schnellen Geld.“ Das klappte zunächst noch schneller, als der Angeklagte es sich vorgestellt hatte. Die Drogen seiner Wilhelmshavener Lieferanten wurde dort meist auf Parkplätzen übergeben. Einmal fand der Deal auch auf einem Tankstellengelände in Sande statt. „Ich kann mich nicht an jedes einzelne Geschäft erinnern, aber die Anklage wird schon richtig sein“, zeigte sich der Angeklagte geständig.

Seine Freundin, die für ihn bei einigen Fahrten das Auto nach Wilhelmshaven steuerte, weil der Angeklagte wegen Fahrens unter dem Einfluss von Rauschmitteln seinen Führerschein verloren hatte, nahm der Auricher aus der Schusslinie. Die zur Tatzeit Heranwachsende habe von seinen Geschäften nichts gewusst. Sie sei ausgerastet, als sie von einem Marihuana-Deal erfahren habe.

Anfang dieses Jahres geriet der Angeklagte ins Visier der Ermittlungsbehörden, nachdem der Auricher Polizei Encro-Chat-Daten von Bundes- und Landeskriminalamt übersandt wurden. Der Prozess wird fortgesetzt.


 

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