Autoumschlag in Emden rutscht unter die Millionen-Marke

Artikel vom 10.01.2022

Stephanie Schuurman

Autoumschlag Emder Hafen: Nur 2009 wurden so wenige Fahrzeuge verladen wie 2021. Bild: Hasseler

Der Einbruch war schon im ersten Corona-Jahr drastisch, 2021 ist der Umschlag von Fahrzeugen im Hafen von Emden erstmals seit 2009 unter die Millionen-Grenze gesunken.

Schon im ersten Corona-Jahr war der Autoumschlag in Emden drastisch eingebrochen. Jetzt kommt es noch einmal ganz dicke: Erstmals seit zwölf Jahren ist die Zahl der Fahrzeuge, die über den Emder Hafen im- oder exportiert worden sind, unter die Millionen-Grenze gerutscht. Nur noch rund 982000 Neufahrzeuge sind im ablaufenden Jahr 2021 für den Export geladen oder den Import gelöscht worden.

2020 war die magische Grenze mit 1,026 Millionen Fahrzeuge gerade noch so gehalten worden, wobei auch da schon ein Rückgang von 320000 Fahrzeugen gegenüber 2019 registriert wurde. Während dieser Rückgang noch auf die mehrwöchige Hafensperrung im ersten Lockdown 2020 zurückgeführt wurde, werden auch im aktuellen Jahr die Auswirkungen der Corona-Pandemie für den Verlust verantwortlich gemacht. 2021 ist vor allem der Halbleiter-Mangel schuld an der Misere. „Die Kundennachfrage ist da“, sagte der Geschäftsführer von Autoport Emden, Manfred de Vries, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Durch die Halbleitersituation können die Werke aber keine Fahrzeuge bauen und wir somit keine Fahrzeuge umschlagen.“

Weil es anderen Umschlagshäfen genauso ergeht, rechnet de Vries damit, dass der Emder Hafen trotz dieser Negativ-Bilanz Platz 3 der wichtigsten Häfen für Fahrzeuge nach denen in Bremerhaven und Zeebrügge hält. Noch stehen die Ergebnisse zum Konkurrenz-Hafen Antwerpen nicht fest.

Grundsätzlich geht der Chef-Logistiker davon aus, dass der Emder Autoumschlag in den kommenden Jahren wieder zu alter Stärke zurückfindet, wenn auch nicht sofort. „Ab der zweiten Jahreshälfte 2022 soll sich die Halbleiter-Situation verbessern, heißt es“, sagte de Vries. Für ihn, der seit 2014 Geschäftsführer von Autoport ist, sei es in jedem Fall das erste Mal, dass er eine Bilanz unter eine Million Fahrzeuge ziehen muss. Das solle sich nicht wiederholen.


 

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