Deichacht Norden öffnet für Radfahrer

von Arne Haschen

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„Das ist eine fantastische Möglichkeit für Radfahrer“, sagt Johann Oldewurtel , Rendant der Deichacht Norden, über die neu geöffnete Strecke für Radfahrer und Radfahrerinnen. Seit dem Wochenende darf zwischen den Ortsteilen Westermarsch und Utlandshörn außendeichs – also direkt an der Küste – geradelt werden.

Normalerweise ist das verboten, die Deichacht will mit der Öffnung des Abschnitts aber einen Beitrag für Gäste und den Straßenverkehr zwischen Norden und Greetsiel leisten. Und das nicht nur einmalig: „Das machen wir ab jetzt jedes Jahr von Mai bis September“, kündigt Oldewurtel an.

Entlastung für den Verkehr binnendeichs

„Die Idee ist jetzt seit etwa zwei Jahren im Gespräch“, erklärt der Rendant der Norder Deichacht. Auf Initiative von Deichrichter Albert Martens hin habe der Verband sich überlegt, ob es nicht möglich sei, den saisonal problematischen Straßenverkehr binnendeichs zu entlasten. Vor allem in der Westermarsch werden die Wege oft eng, wenn Radfahrer, Autos und landwirtschaftliche Maschinen einander passieren wollen.

„Vor allem, wenn die Erntezeit losgeht, wird das sehr schwierig“, weiß Oldewurtel. Dazu kommt, dass die Strecke Greetsiel-Norden bei Touristen sehr beliebt ist und dort entsprechend viele Radfahrer unterwegs sind. Einige Landwirte, die in den betroffenen Abschnitten leben, hätten bei eigenen Zählungen über 200 Fahrräder pro Stunde ausgemacht.

Wer haftet im Schadensfall?

Die große Schwierigkeit für die Deichacht war aber nicht das Öffnen ihrer Tore, sondern die Frage, wer im Falle des Falles haftet: „Die Verkehrssicherung muss geklärt sein, weil wir das nicht übernehmen können“, sagt Oberdeichrichter Carl Noosten . Hier kommt der Kommunale Schadensausgleich, ein Selbstversicherungssystem für Kommunen, ins Spiel.

„Wir haben uns mit der Verwaltung und der Touristik an einen Tisch gesetzt und eine Lösung erarbeitet“, so Noosten. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden haben jetzt einen Vertrag mit der Deichacht und haften im Schadensfall auf der neuen Fahrradstrecke. „Und die Asphaltdecke auf dem Abschnitt ist neu, das passt zeitlich also sehr gut“, sagt Oldewurtel mit Blick auf die Qualität der Strecke.

Lob von Gästen, Fragen bei den Schildern

Bei Urlaubern kommt das neue Angebot gut an. „Wir finden das sehr schön, am Wasser fahren zu können“, heißt es vom Ehepaar Michael und Iris Zimmermann , die am Donnerstag aus Richtung Utlandshörn nach Westermarsch radelten. Auch wenn witterungsbedingt aktuell nicht ganz so viel los sei auf den Straßen, sei allein die Aussicht toll. „Und hier kann man ja ganz alleine fahren“, freut sich Michael Zimmermann.

Vereinzelt kommt es bei der Ausschilderung aber noch zu Verwirrung, wie Oldewurtel weiß. „Wir sind sehr interessiert, wie das wahrgenommen wird“, sagt er. In Westermarsch seien einige Radfahrer binnendeichs wohl irritiert, weil dort ein neues Schild Richtung Greetsiel weist – der abknickende Pfeil aber nach Norddeich zeigt. Erst, nachdem man über die Deichkrone geradelt ist, zeigt sich, wo es wirklich langgeht.

Auch die Bauzäune vor der Pforte sorgen wohl für Verwirrung. „Vielleicht stellen wir das noch etwas um“, so der Rendant der Deichacht Norden. Zu den kürzlich erst aufgestellten „Deichheld“-Schildern mit einfachen Piktogrammen gab es bisher gemischte Reaktionen, weiß er zu berichten. „Einige finden es gut, andere fragen, was das soll.“ Wichtig sei am Ende aber, dass den Gästen auf beiden Seiten des Deichs klar ist, was wo erlaubt ist. so Oldewurtel..

Immer den Schildern nach: Greetsiel liegt von der Deichzufahrt in Westermarsch aus natürlich nicht Richtung Osten – für den Zugang zur neuen Strecke müssen Radfahrer aber einen kleinen Schlenker über den Deich machen.


 

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