Dieser Bunker braucht jetzt dringend selbst Schutz

Artikel vom 05.01.2022

Alf Hitschke

In dieser Jahreszeit ein gewohntes Bild: Die Gittertür des Bunkermuseums ist wegen der Winterpause verschlossen. Bild: Hitschke

Das Bunkermuseum Emden ist durch Brandschutzbestimmungen in seinem Bestand gefährdet. Der neue Vorstand will bei den Bemühungen um eine Rettung mehr als bisher auch auf eigene Stärken setzen.

Viele Emder halten das Bunkermuseum für das wichtigste Museum der Stadt. Schließlich erinnert es an eine Zeit, in der manche Familie ausgelöscht worden wäre, hätte es die Bunker nicht gegeben. Deshalb berührt es ganz Emden, dass das Museum mittlerweile selbst dringend Schutz benötigt: Noch immer gibt es keine Lösung für die Probleme, die durch neue Brandschutzvorschriften entstanden. Auch 2022 wird es deshalb geschlossen bleiben. Aber es gibt auch positive Signale: Der Verein, der das Museum trägt, lässt sich nicht unterkriegen. Im Gegenteil.

„Wir sind dabei, unsere Hausaufgaben zu machen“, so der 2. Vorsitzende Wolfram Heidrich im Gespräch mit der Emder Zeitung. Mehr Mitglieder werben (derzeit 71), die eigenen Einnahmen erhöhen und Vereinsmitglieder wie Öffentlichkeit besser informieren – das sind drei der Vorhaben, die das im September gewählte neue Vorstandsteam angehen will. Die 1. Vorsitzende Roswitha Franke betont: „Wir möchten unseren Beitrag für eine sichere Zukunft des Museums leisten.“

Den dicksten Brocken kann der Arbeitskreis nicht aus eigener Kraft aus dem Weg räumen: Nach wie vor muss das Museum wegen nicht erfüllter Brandschutzauflagen Besucher abweisen. In guten Jahren kommen bis zu 17000 Gäste.

Jahrelang schien es so, als komme nur die Öffnung des Bunkers an mehreren Stellen und der Bau außenliegender Fluchttreppen in Frage. Die Nachteile dieser Lösung: Sie kostet rund 600000 Euro. Und sie würde das Bild eines weitgehend intakten Bunkers zerstören. Mittlerweile sieht der Verein eine Chance für eine Technik, die der ehemalige Vereinsvorsitzende Franz Lenselink vorgeschlagen hatte. Lenselink war im April im Alter von 56 Jahren gestorben. Seine Idee: Der Brandschutz wird durch einen Umbau des Treppenhauses sichergestellt. Erforderlich ist dafür unter anderem der Einbau von 30 bis 40 luftdicht verschließbarer Brandschutztüren.

Der Vorschlag des Arbeitskreises, den ein Ingenieurbüro überarbeitet und vorgestellt hat, wird zur Zeit von der Stadt Emden geprüft. Die Methode werde unter anderem im Emder Volkswagenwerk angewandt, so Vereins-Pressesprecher Marten Klose. Zwar nehme auch der Umbau des Treppenhauses dem Bunker ein Stück Originalität. An der Erfüllung der verschärften Brandschutzbestimmungen komme man aber nicht vorbei. Die Treppenhaus-Lösung sei das kleinere Übel, weil der Bunker äußerlich unverändert bleibe.

Über die Kosten besteht noch keine Klarheit. Wohl aber darüber, dass der Verein, Mieter des Bunkers, auch diese Baumaßnahme nicht selbst bezahlen kann.

Rückendeckung bekam der Arbeitskreis Bunkermuseum e.V. im August dieses Jahres von den Fraktionen im Emder Rat: SPD, CDU, Grüne, FDP und GfE sprachen sich eindeutig für den Erhalt des Museums aus. „Gemeinsam für Emden“ ging noch einen Schritt weiter als die anderen: Das damalige Ratsmitglied Rainer Mettin forderte die Stadt Emden – ihr gehört der Bunker – auf, die erforderlichen Baumaßnahmen „nötigenfalls aus dem eigenen Budget zu bezahlen“.


 

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