Erinnerungen an eine „Phantastische Wattwanderung“

Jens Tammen

Freuten sich über die Präsentation (von links): Gero Conring (Max-Widmüller-Gesellschaft), Künstler Ricardo Fuhrmann und Oberbürgermeister Tim Kruithoff.
Bild: Max-Windmüller-Gesellschaft
 

Auf eine „Phantastische Wattwanderung“ können sich Besucher der Johannes a Lasco Bibliothek begeben – doch mit Meeresforschung hat das alles nichts zu tun.

Auf eine „Phantastische Wattwanderung“ werden Besucher der Johannes a Lasco Bibliothek in diesen Tagen mitgenommen. Bis zum 3. Juli sind dort Installationen der beiden Künstler Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin ausgestellt, die sich um das Kunstbuch mit dem Titel „Phantastische Wattwanderung“ drehen. Das Buch selbst wurde am vergangenen Sonntag einem gut 100-köpfigen Publikum präsentiert und im gleichen Atemzug wurde auch die Ausstellung feierlich eröffnet. Die beiden in Norden wohnenden und aus Buenos Aires stammenden Künstler haben in ihrem Kunstbuch „Phantastische Wattwanderung“ Erinnerungen an die eigene Jugendzeit verarbeitet.

Absurde und aberwitzige Geschichten

Die absurden und aberwitzigen Geschichten über das Wattenmeer und die Insel Norderney, die Amalia Fuhrmann (geb. Weinberg) aus Emden in den 1960er Jahren im fernen Buenos Aires einem staunenden und sehr neugierigen Enkel Ricardo Fuhrmann erzählte, sind die Inspiration für dieses reich illustrierte Buch und die dazugehörige Installation. Die Künstler Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin nahmen diese Brocken phantastischer Erinnerung auf, um sie durch Rekonstruktion und freie Interpretation weiter zu bearbeiten. „Buch und Installation sind Zeugnisse für die besondere Verbundenheit der jüdischen Gemeinde mit der Insel Norderney und ebenso für die tiefe Verwurzelung der deutschen Juden mit ihrer Heimat, nachdem ihnen die Flucht vor dem Nazi-Horror gelang“, sagte Gero Conring für die Max-Windmüller-Gesellschaft im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bedeutung der Erinnerungsarbeit

Während der Eröffnung betonte Oberbürgermeister Tim Kruithoff die Bedeutung der Erinnerungsarbeit für die Stadt Emden, auch durch die Ausstellung von Künstlern mit jüdischen Wurzeln. Gero Conring sprach als 2. Vorsitzender der Max-Windmüller-Gesellschaft von dem Zustandekommen und Verlauf des Projektes, während Ricardo Fuhrmann intensiv auf den Schaffensprozess und die langjährige Vorgeschichte einging.

Vor zwei Jahren begannen die Planungen, um im Jahr 2021 im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ das Kunstbuch, das vom Bundesministeriums des Innern und für Heimat gefördert wird, zu präsentieren. Die Max-Windmüller-Gesellschaft tritt in diesem Zusammenhang als Antragstellerin und Veranstalterin auf. Das Festjahr wurde um sechs Monate bis Ende Juni 2022 verlängert, was den coronabedingten Verzögerungen geschuldet war.

• Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juli in der Johannes a Lasco Bibliothek zu sehen. Öffnungszeiten Montag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr. Der Künstler Ricardo Fuhrmann bietet am 24. Juni sowie am 2. und 3. Juli jeweils um 15 Uhr eine Führung an.

• Das Buch gibt es für 20 Euro im Stadtarchiv Emden, in der Buchhandlung Lesezeichen, im Kunst-Laden des Ostfriesischen Landesmuseum sowie in der a Lasco Bibliothek.

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