Frauen stecken immer noch in der Schublade

Artikel vom 29.06.2022

Jens Voitel

Szenen aus der Arbeitswelt: (von links) Kuratorin Evelina Peuser-Broeker, die Chefin des Landesmuseums Jasmin Alley, Kurator Tobias Rentsch und die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Emden-Leer, Daniela Ringenaldus, vor Fotos der neuen Sonderausstellung. Bild: Torsten von Reeken

Ist die „Barbie“-Puppe nur ein Spielzeug? Nein, sagen die Ausstellungsmacher des Landesmuseums. Barbie weist uns auch auf Probleme der realen Welt hin.

Frauen kämpfen in der Arbeitswelt immer noch mit Vorurteilen und Hürden. So werden gerade junge Frauen in ihrer Berufswahl nach wie vor von Vorurteilen und Schubladen-Denken beeinflusst. Diese Beobachtung macht die bei der Agentur für Arbeit Emden-Leer für das operative Geschäft verantwortliche Geschäftsführerin, Daniela Ringenaldus. Die Agentur versuche, dem Klischee vom „typischen Männer-Beruf“ und „typischen Frauen-Beruf“ entgegenzuwirken und Mädchen verstärkt für Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu gewinnen.

„Gerade vor dem Hintergrund des immer stärkeren Fachkräftemangels, zum Beispiel im Handwerk, sollte die Berufswahl von jungen Frauen hier offen und ohne Vorurteile erfolgen“, sagte Daniela Ringenaldus am Samstag in einem Grußwort anlässlich der Eröffnung einer Sonderausstellung im Ostfriesischen Landesmuseums. Im Rahmen der bereits seit einiger Zeit laufenden „Barbie“-Ausstellung werden seit dem Wochenende unter dem Titel „Women@work“ Fotos aus dem Berufsalltag von Frauen präsentiert. Bei den ausgestellten privaten und professionellen Fotos geht es um Motive aus den vergangenen 75 Jahren, die zeigen, wie sich die Berufsbilder von Frauen verändert haben.

Dies soll auch im Kontrast nur Welt der „Barbie“-Puppen stehen. Denn Barbie, so die Aussteller, hat längst alle Berufe erreicht – bis hin zur Präsidentin der USA. „Da ist uns Barbie vielleicht schon etwas voraus“, wie die Agentur-Chefin am Samstag anmerkte. Daniela Ringenaldus sieht aber noch ein weiteres Problem: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Wiedereingliederung, zum Beispiel nach Erziehungszeiten. „Klassisch ist es oftmals noch so, dass die Hauptverantwortung für Erziehungszeiten bei der Frau liegt – das führt oft zu einem Bruch in der Karriere von Frauen“, so die Arbeitsmarktexpertin. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Arbeitswelt durch Digitalisierung und andere Megatrends immer schneller entwickelt, könne eine längere berufliche Auszeit durchaus dazu führen, dass Frauen den beruflichen Anschluss verlieren und nach der Erziehungszeit eine ganz andere berufliche Welt vorfinden würden. Auch hierauf sei das Beratungsangebot der Arbeitsagentur ausgerichtet.

Selbst die Ausstellung im Landesmuseum soll nun von der Arbeitsagentur genutzt werden, um Frauen und Mädchen auf die Möglichkeiten des Arbeitsmarktes und der Agentur hinzuweisen: „Es ist doch toll, wenn so verschiedene Welten wie die einer kulturellen Einrichtung und die einer vermeintlich verstaubten Behörde zusammenarbeiten, um Menschen zu erreichen, so Daniela Ringenaldus.


 

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