Ganz Cirkwehrum an neuer Grillhütte beteiligt

von Axel Pries 

DER PAVILLON IST ERÖFFNET, UND ENGAGIERTE HELFER SIND DARIN VERSAMMELT: (V.L.) EWALD KRÖGER, MANFRED POPKES, HEINZ HUNFELD, HANS REMMERS, ALIT DE VOS, HERMANN BRINK, DIETSCHE GEIKEN, FRANZ HARTMANN, MICHAEL SIEKMANN, OTTO DIRKS, MARIANNE EETEN UND KAI AKKERMANN BILD: AXEL PRIES 

Mit einem Fest weihten die Einwohner den neuen Pavillon ein, ermöglicht durch viel Eigenleistung

Das Ding ist nur wenige Meter breit und überwiegend aus Holz, aber war am Samstag doch Anlass für ein großes Fest: Cirkwehrum feierte Einweihung für die neue Grillhütte – und damit auch die Erbauer. Denn der Pavillon am Dorfrand ist wie viele Einrichtungen in dem Hinteraner Ort das Ergebnis großer Eigenleistung der Einwohner. Im Zentrum der Feier stand dabei ein Mann, ohne dessen Einsatz das Bauwerk auf jeden Fall nicht stehen würde: Ortskümmerer Franz Hartmann .

Auf dem Cirkwehrumer Festplatz hatte auch vorher schon ein Grillpavillon neben der „Hütte“ gestanden, erzählt Franz Hartmann. „Aber der war in die Jahre gekommen und abgängig.“ Heißt: Das Holzbauwerk war stark verrottet und drohte, bei Sturm auseinander zu fallen. Es wurde vorsorglich abgebrochen. Doch bei Dorffeiern und ähnlichen Anlässen hatte sich der Pavillon zusätzlich zur „Hütte“ bewährt und sollte ersetzt werden. Allein: Ihn fertig zu kaufen oder aufbauen zu lassen, kam aus Kostengründen nicht in Frage, also griffen engagierte Cirkwehrumer zur Selbsthilfe und bauten kurzerhand einen neuen Pavillon, der langlebiger sein soll. Wie gut, dass es dafür in der Dorfgemeinschaft die verschiedenen Fachleute gibt – allen voran Franz Hartmann.

Als gelernter Maurer und Stahlbetonbauer zeichnete er nicht nur die Pläne für eine neue, achteckige Grillhütte, sondern baute auch die Holzkonstruktion und sorgte dafür, dass ein solides Betonfundament dessen Haltbarkeit sicherstellt. Fünf Kubikmeter Beton ließen die Männer von der Oldiegruppe in die Grube fließen.

Andere Helfer brachten ihr Fachwissen ein. Hermann Brink , ebenfalls Ortskümmerer, erstellte als Elektriker den fachgerechten Stromanschluss, Ewald Kröger sorgte als Installateur für den Wasseranschluss und die Dachrinne. Insgesamt aber war das ganze Dorf beteiligt, betont Franz Hartmann auch in seiner Ansprache. Denn für die 1200 Euro Kosten, die trotz Eigenleistung blieben, legten alle zusammen: der Boßelverein, die frühere Feuerwehr, der Murmelklub, „und es gab ganz viele private Spenden“. Auch Erlöse vom monatlichen Spiele- und Klönabend flossen in das Projekt.

Am 4. Juli 2020 fand der erste Spatenstich statt, am 2. und 3. September 2020 war gewissermaßen der Rohbau fertig, feierte man Richtfest. Aber dann ging erst einmal bis zum April dieses Jahres nichts: „wegen Corona“. Fertig war der Pavillon lange nicht, denn „der Teufel steckt ja wie immer im Detail“, erinnerte Franz Hartmann. Ein Kühl- und Gefrierschrank, ein Elektroherd und ein Gas-Grill – sämtlich gespendete Geräte – mussten auch noch untergebracht und angeschlossen werden.

Aber die Fertigstellung klappt denn doch gerade noch rechtzeitig zum Einweihungsfest, das natürlich ebenfalls mit Dorfmitteln ausgerichtet wurde. Frauen sorgten nicht nur für ein großes Kuchenbüfett, sondern auch für die zünftige Ausstattung der „Hütte“, in der Franz Hartmann schließlich viele Helfer beim Bau ehrte. Einer Einwohnerin kam eine besondere Ehre zuteil. Weil Marianne Eeten seit vielen Jahren schon als Helferin quasi zur Ausstattung des alten Pavillons gezählt hatte, durfte sie den neuen mit dem berühmten Scherenschnitt eröffnen.

Eine große Ehre: Marianne Eeten erhält von Franz Hartmann die Schere, mit der sie das symbolische Band zur Einweihung durchschneiden kann. Bild: aep „Es ist ein berechtigter Anlass zum Feiern“: Franz Hartmann bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Grillhütte. Bild: aep In der „Hütte“ neben dem Grillhütten-Pavillon lauschten zahlreiche Cirkwehrumer der Einweihungsansprache bei Kaffee und Kuchen. 


 

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