Gemeinsam ackern für zwei neue Boule-Bahnen

Artikel vom 23.11.2022

Axel Milkert

Das Vlies wird ausgerollt: Frisianer und Mitglieder des Bürgervereins schaffen ein neues Angebot im Stadtteil Transvaal. Bild: Axel Milkert

In Transvaal geht das erfolgreiche Zusammenspiel von Bürgerverein, Sportverein und Gemeinwesenarbeit weiter. Das jüngste Gemeinschaftsprojekt entsteht bei Frisia Emden.

Nur ein paar Grad über Null, ein kräftiger Wind pfeift um die Ecken. Auf dem A-Platz des FC Frisia Emden herrscht an diesem Freitagvormittag trotzdem arbeitsames Treiben. Zwölf Männer ackern gemeinsam auf dem Streifen zwischen Cirksenastraße und Dortmunder Straße, gleich hinter dem Vereinsgebäude. Dort entsteht eine wettkampftaugliche Boule-Anlage. Zwei Bahnen, jeweils 15 mal vier Meter, sind angelegt worden. Vor zwei Wochen hatte der ehrenamtliche Bautrupp mit den Arbeiten begonnen – in einem engen Zusammenspiel zwischen dem Bürgerverein Port Arthur/Transvaal und dem Sportverein.

Begeisterter Vorsitzender

Dessen Vorsitzender Jörg Buß ist komplett begeistert. „Es ist wirklich enorm, was hier passiert“, sagt er, als er die Schaufel kurz an die Seite stellt. Wie jedes Rädchen ins andere fasse, um den neuen Platz neben dem großen Spielfeld herzurichten, das passt für Buß „wie die Faust aufs Auge“. Immerhin 30 Tonnen Sand, ebenso viel Bruchsand, 15 Tonnen grobe Schlacke, fünf Kubikmeter Beton, einige Quadratmeter Vlies und 80 Meter Tiefbord werden hier verarbeitet und verlegt. Hinzu kommen Stromkabel und Laternen. Und ein Pavillon als Getränkestand und Geräte-Abstellort ist dort auch geplant.

Das Boule-Fieber in Transvaal brach im vergangenen Jahr aus. Gespielt wird die (von Frankreich-Urlaubern nach Deutschland „importierte“) Präzisionssportart seitdem auf dem Gelände neben dem Klinkerbau, aber nur auf der sonst als Zufahrt genutzten Fläche und dann auf provisorisch mit Balken abgezirkelten Bahnen. Immer dienstags und donnerstags treffen sich die Boule-Spielerinnen und -Spieler, vornehmlich Frisia-Mitglieder aus der Gymnastikgruppe, aber nicht nur.

Zu den Initiatoren gehört Nichtmitglied Georg Saathoff (78), der seit 18 Jahren das Boulespiel in Emden vorantreibt und unter anderem maßgeblich beteiligt war, als die Anlage auf dem Schwanenteichgelände realisiert wurde. Bahnen gibt es außerdem beim RSV Emden, in Wybelsum und im Larrelter Cassens-Park. Boule kommt an, auch beim Publikum. „Beim Turnier während der Sportwoche von Frisia Emden haben 200 Menschen zugesehen. Da war richtig was los“, erinnert sich Saathoff, der natürlich auch in Transvaal mit anpackt.

Gefördert vom Landessportbund

Dass idealerweise ab nächstem Frühjahr die neue Anlage genutzt werden kann, ist kein alleiniges Verdienst der Männer. Zum einen kümmern sich Astrid Lorey, Sonja König und Andrea Grottendieck regelmäßig um die Verpflegung der fleißigen Boulebahn-Bauer. Zum anderen hat sich Schriftführerin Annica Wollny um eine solide finanzielle Basis für das Projekt gekümmert: Die Boule-Bahnen werden mit insgesamt 5000 Euro vom Landessportbund gefördert (Fördertopf: Outdoor- und Trendsportarten). „Wir haben den Platz dafür, deshalb habe ich das angeschoben“, sagt sie. Und es hat geklappt: Mitte dieses Jahres traf der Förderbescheid ein. Boule ergänzt mittlerweile das Spartenangebot des Sportvereins. Annica Wollny: „Wir bieten damit für viele etwas Neues, gerade auch für Ältere.“

So sehen das auch Jörg Buß und Gemeinwesenarbeiter Oliver van Grieken. Diese Sportart spreche all die an, die draußen aktiv sein wollen, für die andere Sportarten jedoch nicht oder nicht mehr infrage kommen.

Wenn alles fertig ist, stehen an der Cirksenastraße bis zu sechs Boule-Bahnen zur Verfügung. Denn auch die vier provisorischen auf der Zufahrt will der Verein nicht aus den Augen verlieren. Damit entsteht in Transvaal zurzeit so etwas wie ein kleines Boule-Zentrum.


 

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