Ghost Diver setzen Jagd nach Geisternetzen in der Nordsee fort

Artikel vom 24.05.2023

Das Team von Ghost Diving Germany hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Meere von Geisternetzen zu befreien. Dies wollen sie jetzt auch wieder in der Nordsee tun. Bild: Ghost Diving Germany

 

Ab dem 21. Mai setzen die Taucher von Ghost Diving Germany die Jagd nach Geisternetzen von der Küste von Neuharlingersiel fort. Das Unterfangen ist jedoch nicht ungefährlich.

Ostfriesland/Nordsee - Müll im Meer – das sind nicht nur Plastikflaschen oder Verpackungen, sondern auch herrenlose Netze, die in den Tiefen der Meere schwimmen und unkontrolliert Fische und andere Meerestiere fangen. Sie reißen sich von Schiffen los, gehen bei hohem Seegang verloren oder werden sogar absichtlich im Meer entsorgt. So bleiben schätzungsweise 640.000 Tonnen von Fischereiausrüstung in den Weltmeeren zurück. Das hat Folgen: Fische, die in den Geisternetzen hängen bleiben, locken größere Tiere an, sodass auch schon Schweinswale, Seehunde oder Kegelrobben in den Netzen wiederfanden. Sie verheddern sich und ersticken am Ende qualvoll. Hinzu kommt, dass sich die Geisternetze auf dem Meeresgrund nur sehr langsam auflösen. Laut Experten würde das Hunderte von Jahren dauern. Bei der Zersetzung und der Bewegung am Meeresgrund reibe sich das Material ab und es entstehe Mikroplastik, das über Jahrhunderte im Meer erhalten bleibt.

Entstehung des Projekts

Dagegen muss was getan werden, fanden Timo Vierow von tauch.versicherung und Henning Bernau von den NV-Versicherungen und bessergrün. Nachdem Vierow ein Meeresschutzprojekt wollte, fand Bernau die Idee super – bestand aber auf die Nordsee. Danach steckte das Duo die Köpfe mehrfach zusammen und entwickelte das Projekt Ostfriesland. Fürs Tauchen nahmen sie Derk Remmers von Ghost Diving Germany mit ins Boot. Bei der Erstauflage, die im Mai 2022 stattfand, wurde vor den ostfriesischen Inseln mehr als eine halbe Tonne Geisternetze aus der Nordsee geborgen. Und in diesem Jahr sollen viele weitere Netze folgen, wenn vom 21. Mai bis zum 26. Mai 2023 die Neuauflage des Projektes ansteht.

Nordsee gehört zu den gefährlichsten Tauchrevieren

Doch während in anderen Weltmeeren bereits einige Umweltschutzorganisationen regelmäßig Netze bergen, geht es in der Nordsee eher ruhiger zu – zumindest bei der Jagd nach Geisternetzen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Selbst für die erfahrenen Taucher von „Ghost Diving Germany“ sind die geplanten Bergungsaktionen kein Spaziergang. „Die Nordsee ist eines der herausforderndsten Tauchgebiete überhaupt“, weiß Timo Vierow von der tauch.versicherung. Starke Strömungen, trübe Sicht und das Wechselspiel der Gezeiten sind auch für erfahrene Unterwassersportler eine Herausforderung. Teils beträgt die Sicht nicht mehr als zwei Meter.

Lokale Unterstützung vom hiesigen Fischereiverband

Unterstützt wird das Projekt neben den Küstenfischern aus der Region, die die Tauchgänge begleiten und die Geisternetze bergen, auch von den Kurverwaltungen aus Neuharlingersiel und Carolinensiel sowie dem Landesfischereiverband Weser-Ems. „Eine tolle Aktion, die wir gerne unterstützen. Wir sind froh, wenn diese Altlasten aus unseren Fanggebieten entfernt werden. Wir selbst bringen viel Müll an Land, den wir beim Fischen in unseren Netzen finden“, sagt der Verbandsvorsitzende Dirk Sander.


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