Greetsiels Oase soll gesünder machen

Artikel vom 09.11.2022

Peter Saathoff

Nehmen Abschied vom jetzigen Schwimmbad in der Greetsieler Oase: (v. l.) Wolfgang Lübben, Heinrich Heinenberg, Touristik-Chef Benjamin Buserath, Bürgermeisterin Hilke Looden, Bernd Jassen, Elisabeth Börgmann, Marianne Folkerts und Hanna Specht. Bild: Saathoff

Die Greetsieler Oase schließt ab Montag, 7. November. Ende August 2023 soll sie wieder eröffnen. Mit der Neugestaltung wird auch eine neue Zielgruppe stärker ins Visier genommen.

Zehn Monate wird die Greetsieler Oase wohl schließen, dann aber, da sind sich die Entscheidungsträger von Touristik und Gemeinde Krummhörn sicher, wird in Schwimmbad und Saunalandschaft jeder alte Stein umgedreht und möglichst auch ersetzt sein. Denn es ist ein Großprojekt, das die Verantwortlichen lange geplant haben, dessen erste Phase bereits zwischen 2012 und 2016 begonnen hat und ab Montag bis planmäßig ende August 2023 im zweiten Abschnitt vollendet werden soll. Kostenpunkt: 2,8 Millionen Euro. Davon übernimmt Hannover per Fördergeld eine Million Euro.

Vorrangig geht es um höhere Energieeffizienz, um mehr Barrierefreiheit, einen angemessenen Personalbereich, besseren Service in einer zeitgemäßeren Optik. Die Liste an Spiegelstrichen der einzelnen Maßnahmen, Erneuerung und Neuverortung des Dampfbades etwa oder Neuordnung der Sanitärbereiche, stellte Planerin Elisabeth Börgmann vom Architekturbüro Janßen Bär Partnerschaft am Freitag in einer Pressekonferenz vor. Hintergründig geht es um mehr, nämlich um Wettbewerbspositionierung in der Touristik-Branche, um einen Baustein im touristischen Konzept Krummhörns im Allgemeinen und Greetsiels im Speziellen. Hier soll die neue Oase eine Lücke schließen, die „angesichts unseres Hauptklienten Sinn ergibt“. „Es ist ein wichtiger Baustein im touristischen Gesundheitstourismus“, erklärte entsprechend Benjamin Buserath, der im August seinen Posten als Touristik-Chef angetreten ist und nun drei Monate nach Beginn seiner Tätigkeit in der Krummhörn das erste Großprojekt startet.

Das wird gemacht

Die Gebäudehülle wird energetisch saniert, genau wie das Schwimmbad.

Barrierefrei gestaltet werden das WC im Foyer sowie die Umkleide mit WC und Dusche.

Neu geschaffen werden ein Dampfbad, ein Wickelraum und eine Personalumkleide.

Eine Photovoltaikanlage gehört nicht zu diesen Plänen. Allerdings werde zurzeit geprüft, ob die Statik des Gebäudes eine ermöglicht. Gelder für eine PV-Anlage hat die Touristik bereits eingestellt.

Neue Oase soll touristische Lücke schließen

„Wir wissen, dass wir bestimmte Infrastrukturen nicht haben“, sagte der Touristik-Chef, „einen Strand beispielsweise.“ Umso wichtiger sei eine Fokussierung auf das, was da ist und was verbessert werden kann, in diesem konkreten Fall den gesundheitsfördernden Aspekt der Oase. Deren Team rund um den Schwimmbadverantwortlichen Bernd Jassen wolle den Weg „voll mitgehen“. Entsprechend befänden sich zurzeit neue und zusätzliche Kursangebote in der Vorplanung. Auch die Öffnungszeiten könnten in diesem Zuge erweitert werden.

Bis dato besuchten in Vor-Corona-Jahren das Schwimmbad rund 30.000 Menschen im Jahr. „Zwei Drittel davon sind Gäste.“ Die Saunalandschaft, die bereits 2012 bis 2016 im ersten Bauabschnitt saniert wurde, kommt auf etwa 6000. Dazu kommen Gäste, die über Organisationspartner wie Schulen oder die Norder Rheumaliga das Bad nutzen, in diese Statistik aber nicht hineinfallen. „Das ist angesichts der Wassergröße hervorragend frequentiert“, ordnete Heinrich Heinenberg, Touristik-Prokurist, die nackten Zahlen ein. Rund zwölf Meter ist das Rundbecken groß. „Es ist natürlich klar, dass eine größere Wassergröße wie bei einem Spaßbad auch höhere Zahlen produziert.“ Ein Spaßbad liege aber gerade nicht im touristischen Gesundheitskonzept der Gemeinde. „Für diese Anwendungen aber ist die Beckengröße super geeignet.“

Bisher kann die Oase diesen Anspruch nicht erfüllen. Zu viele Unwägbarkeiten erschweren den Weg vom Eingang bis ins 30 Grad warme Wasser. Stufen und Stolperfallen erschwerten mobilitätseingeschränkten Menschen den Zutritt. All das soll zukünftig ein Ende haben.

Optimismus beim Kostenrahmen

Touristik und Land lassen sich diese Pläne etwas kosten. 2,8 Millionen Euro sind aktuell veranschlagt, zusätzlich zu der bereits in der Vergangenheit investierten Million. Die Touristiker sind vorsichtig optimistisch, dass dieser Preisrahmen reicht, „zumal ein Puffer vorhanden ist“, wie Bürgermeisterin und Touristik-Aufsichtsratsvorsitzende Hilke Looden (parteilos) mitteilte. Asbest-Funde, wie zuletzt etwa im Udo-Solick-Bad in Pewsum, seien den Voruntersuchungen zufolge jedenfalls nicht zu erwarten, so Börgmann. Außerdem, sagte Marianne Folkerts von der Gemeinde, seien 80 Prozent der Gewerke bereits ausgeschrieben und großteils auch bereits vergeben. Die weiteren 20 Prozent betreffen vor allem Maßnahmen im Bereich der Innenausstattung. Sie sollen Ende des Jahres ausgeschrieben werden. Sollte es allerdings hart auf hart kommen, dann habe der Aufsichtsrat bereits signalisiert, dass sie auch zusätzliches Geld zur Verfügung stellen wollen. Schließlich geht es um touristische Wettbewerbsfähigkeit.


 

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