Handwerk als Perspektive für Schulabgänger ohne Abschluss

Kim-Christin Hibbeler

Wer Lust am Arbeiten hat, kann auch ohne Abschluss eine Ausbildung im Handwerk finden. Bild: Raze Solar (Unsplash)

Jugendliche ohne einen Schulabschluss haben es nicht einfach, eine Ausbildung zu finden. Doch es ist möglich. Welche Perspektiven es im Handwerk gibt, erklärt die Handwerkskammer für Ostfriesland.

Der Anteil der Jugendlichen ohne zumindest einen Hauptschulabschluss bleibt hoch. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor, die vor Kurzem veröffentlicht wurde. „Jeder junge Mensch ohne Schulabschluss ist einer zu viel. Denn das bedeutet deutlich schlechtere Zukunftsaussichten für die Betroffenen“, wird der Ersteller der Studie, der Bildungsforscher Klaus Klemm, von der Stiftung zitiert. Dass Jugendliche ohne Schulabschluss kaum Chancen auf eine Ausbildung haben, belegen Daten aus dem jüngsten Berufsbildungsbericht, schreibt die Bertelsmann-Stiftung zu der veröffentlichten Studie.

Demnach sind zwei Drittel der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 34 Jahren, die keinen Schulabschluss erreicht haben, ohne Berufsausbildung. „Das hat Folgen: Die Arbeitslosenquote ist bei ungelernten Personen fast sechsmal so hoch wie bei Personen mit Berufsausbildung“, heißt es weiter.

Jeder kann sich bewerben

Doch das muss nicht so sein. Denn in einigen Branchen haben auch junge Menschen ohne Schulabschluss die Chance auf eine Ausbildung. Das bestätigt auch Jacqueline Stöppel von der Handwerkskammer für Ostfriesland. „Grundsätzlich gilt: Ein Schulabschluss ist nicht Voraussetzung für eine duale Ausbildung. Jeder kann sich bewerben – mit oder ohne Zeugnis. Für Betriebe können Schulabbrecher ein großer Gewinn sein. Vielen ist die Schule oft einfach zu theoretisch. Im Betrieb blühen sie als Auszubildende dagegen auf und sind sehr engagiert“, schreibt Stöppel auf Nachfrage.

Als Brücke könne dabei die sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) dienen. Dabei handelt es sich um ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten, in dem schon einige Ausbildungsinhalte vermittelt werden. „Im Idealfall ist das Praktikum so terminiert, dass ein nahtloser Übergang in das folgende Ausbildungsjahr möglich ist. Für die Dauer der EQ werden sie außerdem von ihrem Praktikumsbetrieb bei der Sozialversicherung angemeldet und erhalten eine entsprechende Vergütung“, schreibt Stöppel.

Lust auf Arbeiten

Insbesondere aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels und der Energiekrise seien die ostfriesischen Handwerksbetriebe auf der Suche nach Nachwuchs. Deswegen „bieten Schulabbrecher, die Lust auf Arbeiten haben, natürlich ein großes Potenzial.“ Viele Betriebe würden sich freuen, jungen Menschen das Handwerk näher zu bringen und ermöglichen deshalb gerne Praktika. „Das sind optimale Gelegenheiten, um sich ein eigenes Bild von einem bestimmten Handwerksberuf zu machen“, erklärt Stöppel.


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