Kaltblutpferde ziehen Hunderte Baumstämme an Wege

Artikel vom 21.02.2024

Rainer Köpsell

Guilia Perlotto mit Kaltblutpferd Konrad. Sie stammt aus Italien und arbeitet schon mehrere Jahre für das Forstunternehmen Kay Stolzenberg. Bild: Rainer Köpsell

Wer in den vergangenen Tagen im Friedeburger Waldgebiet Stroot unterwegs war, konnte ein uraltes Handwerk beobachten. Es gibt sie nämlich noch, die Holzrücke-Pferde.

Friedeburg - Wer in den vergangenen Tagen im Friedeburger Waldgebiet Stroot unterwegs war, konnte ein uraltes Handwerk beobachten. Es gibt sie nämlich noch, die Holzrücke-Pferde. Auf Initiative von Finn Ahrens, dem Leiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund, sind sie jetzt eingesetzt worden. Zum Abschluss der Waldpflegemaßnahmen im Stroot mussten die vom Forstwirtschaftsmeister Hans-Günter Willms und seinen Helfern gefällten Bäume vorgeliefert werden. So lautet der forstliche Fachbegriff für das Heranziehen der Bäume oder Baumabschnitte an feste Wege.

Holzrücke-Arbeiten

„An diesen Wegen liegt das Holz jetzt die nächsten Wochen, dann wird es noch einmal umgelagert. Brennholz wird in verschieden Verkaufslose aufgeteilt. Später im Jahr werden wir es wieder an hiesige Kunden versteigern. Dies Vorgehen hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt. Das für Sägewerke geeignete Nadelholz wird extra gelagert“, schildert Willms.

Er ist sehr zufrieden, dass die Mitarbeiter des Forstunternehmens Kay Stolzenberg aus dem ostniedersächsischen Wendland mit ihren Pferden tätig waren. Bei dem extrem nassen Wetter und den aufgeweichten Böden hätten große Maschinen den Stroot in eine Schlamm-Landschaft verwandelt. Nach dem Pferdeeinsatz sehe man zwar auch an verschiedenen etwas nasseren Wegen, dass schwere Baumstämme gezogen wurden, aber das sei eine vergleichsweise geringe Beeinträchtigung. Ein paar Tage trockenes Wetter und der Stroot sei wieder überall gut zu begehen.

Altes Handwerk

Das Wichtigste sei, dass innerhalb des Waldes keine breiten Schneisen für Maschinen geschlagen werden mussten, so Forstwirtschaftsmeister Willms. „Pferde brauchen keine Rücke-Schneisen, denn sie können sich, trotz der hinter ihnen hängenden Last, geradezu durch den Wald schlängeln“, erklärt Guilia Perlotto. Sie stammt aus Italien, arbeitet aber schon mehrere Jahre für das Forstunternehmen Kay Stolzenberg. Den Stroot kennt sie schon aus zwei Rücke-Einsätzen in den Vorjahren. „Wir kommen immer gern nach Friedeburg, weil wir hier freundlich aufgenommen werden.

Die Leute sprechen uns sogar im Wald an. Wir informieren sie über unser schönes, seltenes und altes Handwerk. Kindergärten und Schulen sind schon fast Stammkunden und schauen uns interessiert bei der Arbeit zu“, sagt Guilia Perlotto.


 

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