Katzenschwemme im Landkreis Leer bereitet Sorgen

Artikel vom 23.10.2021

Zu viele verwilderte Katzen: Die unkontrollierte Vermehrung der Tiere schreitet voran. Bild: Symbolbild Pexels

Seit 2012 besteht im Landkreis Leer die Pflicht, Freigänger-Katzen zu kastrieren. Wer dagegen verstößt, muss bis zu 5000 Euro Bußgeld zahlen. Doch die Ermittlung der Halter ist schwierig

Die zahlreich frei umherlaufende Katzen, die nicht kastriert sind, bereiten dem Landkreis Leer zunehmend Sorgen. „Die Tierheime stoßen bei den Kapazitäten bereits an ihre Grenzen“, teilt am Freitag die Verwaltung mit. Die Behörde appelliert deshalb eindringlich an alle Halter von freilaufenden Katzen, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Kitten-Flut

Katzenfreunde sollten wissen: Nicht nur herrenlose Streuner pflanzen sich unkontrolliert fort, auch ein gepflegter Hauskater auf Freiersfüßen kann zu den Vätern der jährlichen Kitten-Flut zählen. Mit einem halben Jahr werden Katzen geschlechtsreif, wer nicht rechtzeitig eingreift, trägt somit zur Katzenschwemme bei.

Aus den gezeugten Kitten werden schnell erwachsene, oft verwilderte Katzen – und die unkontrollierte Vermehrung setzt sich fort. Die Gefahr: Verwilderte Katzen können schwere Infektionskrankheiten wie Katzenleukose oder Katzenschnupfen übertragen – mit oft auch tödlichem Ausgang. „Katzenbesitzer müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie grob fahrlässig handeln, wenn sie ihre Katzen unkastriert frei herumlaufen lassen“, betont die Pressestelle des Landkreises.

Bußgelder

Doch sie handeln nicht nur grob fahrlässig – sie verstoßen auch gegen eine geltende Verordnung. So besteht seit 2012 im Kreisgebiet eine Kastrationspflicht für alle Katzen und Kater, die sich außerhalb der Wohnung frei bewegen. Wer dagegen verstößt, muss mit Geldbußen bis 5000 Euro rechnen. Dabei gilt als Halter, wer eine Katze füttert – selbst wenn ihm das Tier nicht gehören sollte.

Zuständig für die Kontrolle sind die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden. Bei der Ahndung von Verstößen haben die Kommunen aber einen Ermessensspielraum: Sie entscheiden selbstständig, ob sie tätig werden und wenn ja, mit welchen Konsequenzen. Der Landkreis Leer selbst gibt jedoch Hinweise auf mögliche Verstöße an die Kommunen weiter. Besteht der Verdacht, dass ein Tierschutzverstoß vorliegt, wird das Veterinäramt tätig.

Grenzen der Kontrollen

Allerdings ist es für die Behörden gar nicht so einfach, die Kontrollen vorzunehmen. Sind Katzen nicht gekennzeichnet, können sie keinem Halter zugeordnet werden. Davon abgesehen, dass sich Katzen nur schwer fangen lassen.


 

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