Kein Geld vom Bund: Feuerschiffcrew tritt in Streik

von Ute Lipperheide

SIE SIND RICHTIG SAUER AUF DEN BUND: HEINZ SALEWSKI (LINKS) UND HEINZ-GÜNTHER BUSS VOM EMDER FEUERSCHIFF. BILD: HASSELER

Verein muss die Emder Werft und Dock GmbH immer wieder vertrösten

Die Crew des Vereins des Museumsfeuerschiffs „Amrum Bank/Deutsche Bucht“ ist mehr als sauer, und zwar auf den Bund. Fest zugesagte Gelder würden einfach nicht überwiesen. „Uns reicht es, wir lassen uns nicht weiter hinhalten“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Heinz-Günther Buß , auf Anfrage. Ein Teil der Crew will ab Montag in einen Sitzstreik treten und es wird noch in dieser Woche mit Plakaten und schwarzer Beflaggung auf dem Schiff auf den Protest aufmerksam gemacht.

„Wir sind in der Pflicht gegenüber der Werft. Das geht doch nicht, dass die auf ihr Geld warten müssen“, erregt sich Buß. 112 000 Euro ist der Verein der Emder Werft und Dock GmbH schuldig. Das Geld wird von der Werft für Arbeiten in Rechnung gestellt, die vor einem Jahr gemacht werden mussten, um neuen Auflagen des Bundes zu entsprechen. Nur damit darf das Museumsschiff mit eigener Kraft seinen Liegeplatz im Delft verlassen und auch Passagiere befördern.

Ein Antrag auf das Geld wurde im März 2020 gestellt. „Seitenweise haben wir da alles darlegen müssen“, erklärte Buß. Immer wieder musste nachgebessert werden und ein Gutachten wurde erstellt. Doch die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich stelle sich quer, obwohl bereits im Oktober der Förderbescheid beim Verein einging. Buß: „Da werden wir nur vertröstet.“ Immer wieder gebe es Nachfragen, obwohl das Geld sowieso schon vom Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), fest zugesagt wurde (wir berichteten). Doch von Ferlemann sind Buß und seine Mitstreiter schwer enttäuscht. Da sei „eine Menge heiße Luft“ im Spiel gewesen, so Buß. Die Realität sehe für alle 163 Museumsschiffe, die aus einem Topf von insgesamt 20 Millionen Euro unterstützt werden sollten, damit sie fahrbereit gehalten werden können, bitter aus. Aus dem Topf werde so gut wie nichts abgerufen, weiß Buß von anderen Vereinen von Traditionsschiffen. Entweder scheiterten die ersten schon an den Förderanträgen, weil diese äußerst kompliziert für Ehrenamtliche sind, oder das Geld wird nicht ausgezahlt. Ferlemann habe jedoch eine unkomplizierte Beantragung und keinen Nachteilen für die Schiffe versprochen. Deshalb soll es in Kürze auch einen Protest verschiedener Traditionsschiffsvereine gegen die Handlungsweise des Bundes geben. „Wir bekommen Unterstützung von den anderen und das ist gut. Es geht ja mehr oder weniger allen so“, sagte Feuerschiff-Schatzmeister Heinz Salewski . Er vermutet auch, dass es für das Emder Feuerschiff besonders kompliziert ist, weil das Schiff, während die neuen Auflagen kamen, bereits zu einer großen Sanierung in der Werft lag . Buß: „Die Schiffssicherungsleistungen kamen noch oben drauf, und das haben wir sogar schriftlich und mit Steuerberater deutlich gemacht.“


 

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