Küstenschützer bündeln ihre Kräfte

Artikel vom 30.12.2022

Klaus Händel

Die Deichacht Esens-Harlingerland und die Sielachten Dornum und Esens fusionieren zur Deich- und Sielacht Harlingerland. Das erklären Geschäftsführer Meinhard Edzards (v. l.), Oberdeichrichter Jan Steffens sowie die Obersielrichter Meene Schmidt und Jan Janssen. Bild: Klaus Händel

Es gibt die Deichacht Esens-Harlingerland und die Sielachten Dornum und Esens. Ab Januar ist es nur noch ein Verband: Die Deich- und Sielacht Harlingerland. Welche Vorteile das hat, erklärt Geschäftsführer Meinhard Edzards.

Ursprünglich als eigenständige Verbände gegründet haben die Deichacht Esens-Harlingerland sowie die Sielachten Dornum und Esens beschlossen, sich mit Wirkung ab dem 1. Januar zu einem Verband zusammenzuschließen. Der neue Verbandsname lautet Deich- und Sielacht Harlingerland.

„Unsere Aufgaben sind die gleichen. Und wir nutzen bereits eine gemeinsame Geschäftsstelle“, erklärt Oberdeichrichter Jan Steffens in einem Pressegespräch mit den Obersielrichtern Meene Schmidt (Dornum) und Jan Janssen (Esens) sowie Geschäftsführer Meinhard Edzards am Freitag in der Geschäftsstelle in Esens.

Einfachere Verwaltung

„Unsere bisherige Zusammenarbeit ist gut“, sagt Steffens. „Durch die Fusion wollen wir unsere Kräfte weiter bündeln.“ Ziele seien eine Vereinfachung der Verwaltung. Statt bisher drei Vorständen und getrennten Sitzungen soll es künftig nur noch einen Vorstand und eine Sitzung geben. Das gleiche gelte für die Finanzen: Statt drei Haushalten werde es nur noch einen geben. Andere Gründe für den Zusammenschluss lägen beim Personal: Bis auf die Geschäftsstelle und die Mitarbeiter in den Bauhöfen beziehungsweise Außendienst arbeiten Deichacht Esens-Harlingerland sowie die Sielachten Dornum und Esens ehrenamtlich. In der Vergangenheit sei es schwierig gewesen, immer genügend Ehrenamtliche zu finden. Die Vorstände hoffen, dass das künftig bei nur noch einem Verband leichter sein wird.

Weitere Vorteile der Fusion sehen die Verantwortlichen in der gemeinsamen Nutzung der Bauhöfe, Maschinen und Fahrzeugen sowie eine verbesserte Steuerung der Einsatzkräfte je nach Arbeitsaufkommen und Art der zu bewältigenden Aufgaben beim Küsten- oder Katastrophenschutz sowie der Entwässerung des Binnenlandes. Ein Vorteil dabei sei, dass die meisten Arbeiten für die Deichacht im Frühjahr anfielen und die Sielacht ihren Arbeitsschwerpunkt erst in der zweiten Jahreshälfte habe.

„Wir sehen also nur Vorteile“, sagt Geschäftsführer Meinhard Edzards. Der Verband werde noch leistungsfähiger.

Sorge vor mehr Aufwand

Durch Änderungen bei der Umsatzsteuer wurde befürchtet, dass der bürokratische Aufwand in der Geschäftsstelle erheblich größer geworden wäre. Arbeiten für die jeweiligen Verbände wären getrennt zu dokumentieren und abzurechnen gewesen. „Der Zusammenschluss bedeutet eine Stärkung der bisherigen Verbände. Wir arbeiten ehrenamtlich, effektiv, günstig und wollen Synergieeffekte nutzen“, betont Obersielrichter Jan Janssen. Obersielrichter Meene Schmidt lobt die bisherige Zusammenarbeit, die letztendlich zur Fusion geführt habe.

Das künftige Verbandsgebiet umfasst etwa 48?000 Hektar Fläche. Aufgaben ließen sich besser schultern. Das Risiko verteilt sich auf mehrere Schultern. Der neue Verband hat 22?000 Mitglieder. Die zu zahlenden Beiträge bleiben unverändert. Die bisherigen Vorstände fungieren jetzt als Interimsausschuss, der die Wahlen zum neuen Parlament der Deich- und Sielacht Harlingerland vorbereiten muss. Das Parlament wählt dann, voraussichtlich Anfang/Mitte Februar, den neuen Vorstand.


 

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