Leinerstift holt Erzieher-Ausbildung nach Großefehn

Artikel vom 07.11.2023

Das „Planungsteam Berufsfachschule“ (v. l.): Wilfried Steenblock (ehemaliger Schulleiter, beratende Funktion), Janna Higgen (Einrichtungsleiterin Bildung Beruf Leben gGmbH), Wolfgang Vorwerk (Vorstand Leinerstift) und Wolfgang Friedrich (Schulleiter Johann-Heinrich-Leiner-Schule).  Bild: privat

Das Leinerstift in Großefehn startet ab Sommer 2024 ein neues Angebot: Die Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenten soll eine Lücke im zentralen und südlichen Bereich Ostfrieslands schließen.

Großefehn - Bildung dort, wo Theorie und Praxis Nachbarn sind – so könnte man das Konzept nennen, das hinter dem neuen Angebot des Leinerstifts in Großefehn steckt. Mit der Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenten soll ab Sommer 2024 das regionale Ausbildungsangebot im Bereich Sozialpädagogik ergänzt und gestärkt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Leinerstifts. Bislang war die Ausbildung nur an Berufsschulen in Städten wie Emden oder Leer möglich.

„Der Bedarf an Fachpersonal ist groß“, so Vorstand Wolfgang Vorwerk. Das Leinerstift wolle auf diese Weise auch auf den Fachkräftemangel reagieren und für eine fundierte Ausbildung zukünftiger Erzieher sorgen. Mit dem Standort in Großefehn könne man vor allem im zentralen und südlichen Bereich Ostfrieslands eine Lücke schließen. „Bei uns ist die Soziale Arbeit zum Greifen nah“, erklärt Vorwerk den wesentlichen Vorteil der neuen Berufsfachschule. Sie wird auf dem Gelände des Hauptsitzes in Ulbargen/Großefehn ihren Platz finden. Dort können unter anderem die fachlichen und räumlichen Gegebenheiten der bereits bestehenden Schule genutzt werden. Um den jungen Menschen das nötige Know-How mit auf den beruflichen Weg zu geben, stünden erfahrene Lehr- und Fachkräfte zur Verfügung.

Zu den Inhalten der schulischen Ausbildung gehören beispielsweise die vorschulische Erziehung und Frühförderung, Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen oder die Elternarbeit. Optional werde auch das Thema Jugendhilfe angeboten – ein Bereich, der offiziell eigentlich kein Teil der Frühpädagogik sei, aber ein Kompetenzmerkmal für sozialpädagogische Fachkräfte sein sollte. „Das ist unsere Stärke im Leinerstift“, so Vorwerk. Das theoretische Wissen werde in den Praxisphasen bei ausgewählten Kooperationspartnern umgesetzt und vertieft. Hierbei setze man vor allem auf die Zusammenarbeit mit den evangelisch-lutherischen Kindertagesstätten des Kirchenkreisverbandes Ostfriesland-Nord. „Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg.“

Nach einem zweijährigen Besuch der Berufsfachschule und dem erfolgreichen Abschluss als Sozialpädagogischer Assistent könne man dann schon in Kindertages-und Jugendeinrichtungen arbeiten. „Wer möchte, kann aber auch noch weitermachen“, so Janna Higgen, Einrichtungsleitung Bildung Beruf Leben gGmbH. Denn wer im Anschluss noch zwei weitere Jahre die Schulbank drückt, darf sich bei erfolgreichem Abschluss Erzieher/in nennen. Gemeinsam mit Wolfgang Friedrich, Schulleiter der Johann-Heinrich-Leiner-Schule, ist Higgen für das Bewerbungsverfahren und die Organisation der neuen Schule verantwortlich. Aufgenommen werden können alle, die mindestens den Sekundarabschluss I (Realschulabschluss) oder einen gleichwertigen Bildungsstand nachweisen können.

Wer mehr über das neue Angebot des Leinerstifts wissen oder sich vielleicht sogar schon bewerben möchte, findet unter www.leinerstift-bbs.de alle wichtigen Informationen.


 

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