„Lüttje Welt“ soll groß rauskommen

Artikel vom 29.08.2022

Elisabeth Ahrends

„Die Folkszene ist ganz anders, als man sie von außen wahrnimmt“: Johannes Meyering hat gemeinsam mit drei weiteren Organisatoren ein dreitägiges Folkfestival für Anfang September auf die Beine gestellt. Bild: Elisabeth Ahrends

In Emden findet eine Premiere statt: Erstmals gibt es mit dem Lüttje-Welt-Festival drei Tage Folkmusik unter freiem Himmel in der Innenstadt verteilt – und das alles für Besucher kostenlos.

Angestaubt, rückschrittlich, unmodern – nein, das alles ist Folkmusik aus Sicht von Johannes Meyering, besser bekannt unter seinem Spitznamen Urmel, ganz und gar nicht. „Die Folkszene ist ganz anders, als man sie von außen wahrnimmt.“ Sie transportiere Traditionen in die Jetztzeit – etwas, das in Zeiten von Konflikten und Unsicherheiten Halt geben kann. Denn gerade in Ostfriesland werden Traditionen hochgehalten, sind sie identitätsstiftend. Und genau deshalb ist Meyering auch überzeugt, mit der Premiere seines Folkfestivals einen Nerv zu treffen.

Premiere für das Festival

Das hat der Vorsitzende des Apollo Vereins gemeinsam mit seinem Bruder, dem Musiker und Komponisten der Emder Band Spillwark, Wolfgang Meyering, dem Veranstaltungsleiter des Emder Kultursommers Tim Gressler und Musiker und Ethnologe Dr. Ralf Gehler aus Schwerin in den vergangenen Wochen und Monaten auf die Beine gestellt. Über die Bühne gehen soll es in Emden an gleich drei Stellen. Anders als anfänglich berichtet, sollen neben der Bühne auf dem Stephansplatz auch der Neue Markt und der Henri-Nannen-Platz Spielorte des dreitägigen Folkspektakels sein, das unter dem Namen „Lüttje Welt“ von Freitag, 2. September, bis Sonntag, 4. September, erstmals in Emden stattfindet.

Die Idee dazu entstand im zweiten Corona-Jahr, weil man die Menschen wieder zusammenbringen, die Innenstadt beleben und den Kulturschaffenden eine Plattform bieten wollte. Außerdem gibt es bereits seit Jahren ein Folkfestival unter Federführung der Emder Spillwark-Musiker in Schwerin. Und das werde so gut angenommen, dass es „naheliegend war, es auch nach Emden zu übertragen“, sagte Meyering im Gespräch mit der Redaktion. Allerdings stellte die Finanzierung die Organisatoren vor Herausforderungen. Doch auch diese Aufgabe konnte letztlich gelöst werden – und zwar durch eine Förderung der Ostfriesischen Landschaft, die 30.000 Euro für das Festival zur Verfügung stellt. Mit mehreren Tausend Euro Zuschuss seitens der Stadt aus dem Programm „Perspektive Innenstadt“ für die Bühnen und einer Verknüpfung mit dem Kultursommer in der Stadt, sei letztlich das Budget gesichert gewesen, „auch wenn es immer noch begrenzt ist“, wie Meyering betonte.

Konzerte mit nationalen und internationalen Folkkünstlern

Entstanden sei ein „schönes Festival“, das nationalen und internationalen Folk biete, der lebendig, handgemacht und identitätsstiftend sei. Gerade Letzteres steht für die Festivalmacher an oberster Stelle. „Da wo wir uns in unserer kleinen Welt begegnen, ist das, was wir Heimat nennen“, findet Johannes Meyering den Titel Lüttje Welt, der im plattdeutschen laut Meyering Nebel beschreibt, einfach passend. Und das Plattdeutsche ist etwas ganz Eigenes, etwas Besonderes – eben genau so, wie auch das Festival sein soll.

LÜTTJE-WELT-FESTIVAL

Beim Lüttje-Welt-Festival gibt es drei Bühnen. Eine auf dem Stephansplatz, eine auf dem Neuen Markt und eine auf dem Henri-Nannen-Platz.

Am Freitag, 2. September, spielen um 18 Uhr ProMore und um 20.30 Uhr Polkaholix auf dem Marktplatz. Um 19 Uhr spielt Gent Salverius vor der Kunsthalle und um 19.30 Uhr spielen Tim & Gonzo auf dem Stephansplatz.

Am Samstag, 3. September, spielen um 18 Uhr Phonix und um 20.30 Uhr Jams auf dem Marktplatz, um 17 Uhr TBA und um 19.30 Uhr Tüdelband auf dem Henri-Nannen-Platz. Auf dem Stephansplatz spielt um 17 Uhr Günther Gall und ab 19.30 Uhr Deitsch.

Und zum Abschluss am Sonntag, 4. September, spielt Wolfgang Meyering von Spillwark um 11 Uhr auf dem Stephansplatz.


 

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