Mehr als 10 000 Seehunde gezählt

von NWZ-Redaktion 

IM SOMMER SIND WIEDER SEEHUNDE GEZÄHLT WORDEN. BILD: PIXABAY 

Zehntausender-Marke ist das zweite Jahr in Folge übertroffen worden

Vitaler Seehundbestand in Niedersachsen: „10 277 Seehunde sind in diesem Sommer während der Flüge im Wattenmeergebiet zwischen Ems und Elbe gezählt worden“, teilt Prof. Dr. Eberhard Haunhorst , Präsident des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), mit. Der Nachwuchsbestand mit 2621 Tieren ist ebenfalls konstant hoch. Die Zehntausender-Marke ist damit das zweite Jahr in Folge übertroffen worden und das Vorjahresniveau konnte gehalten werden. 2020 wurden insgesamt 10 382 Seehunde erfasst, davon 2621 Jungtiere.

Nach Abschluss der Flüge konnte nun eine Bilanz gezogen werden. In diesem Jahr waren die Wetterbedingungen nicht nur für die Zählung, auch für die Tiere während der Geburts- und Aufzuchtphase im Juni, geradezu optimal, heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes.

Seehunde reagieren sehr empfindlich

Auch durch die pandemiebedingte zeitliche Verschiebung der Urlaubssaison waren die Tiere vermutlich viel weniger Störungen ausgesetzt. Seehunde reagieren empfindlich auf Störungen durch den Menschen und auf Wetteränderungen – sie flüchten.

Dies kann insbesondere für Jungtiere fatale Folgen haben. Die lebensnotwendige Säugezeit kann dadurch erheblich verkürzt werden. Je häufiger dies geschieht, umso größer ist die Gefahr, dass Jungtier und Mutter voneinander getrennt werden, sich nicht wiederfinden und es zu einer Unterernährung kommt. Auch besteht das Risiko, dass sie auf der Flucht ins Wasser über den rauen Sand robben, sich den noch nicht vollständig verheilten Nabel aufreißen und eine tödlich verlaufende Nabelentzündung entsteht, heißt es weiter. Doch das war in diesem Jahr anders. Bisher wurden lediglich acht Jungtiere zur Untersuchung eingesandt, im vergangenen Jahr waren es 30.

Die beste Zeit für die Zählung ist bei Niedrigwasser von Juni bis August. In den Sommermonaten kommen die Seehunde vermehrt an Land, um ihre Jungen aufzuziehen, um sich zu sonnen und um ihr Fell zu wechseln. 15 Flüge standen für das Monitoring auf dem Plan. Dafür wurde das niedersächsische Küstengebiet in drei Abschnitte eingeteilt, so konnten drei Kleinflugzeuge gleichzeitig starten: ab Emden, Mariensiel und Nordholz. An den Zählungen waren auch in diesem Jahr niedersächsische Jäger ehrenamtlich beteiligt. Die ersten Flugzeuge starteten am 2. Juni, die letzten am 16. August.

Zählungen gibt es schon seit 1958

Schon seit 1958 wird der Seehundbestand in Niedersachsen systematisch erfasst: Bis 1972 wurde von Schiffen aus gezählt und seither aus der Luft aus Flugzeugen. Grundlage für die Zählung ist seit 1990 das Internationale Seehundschutzabkommen zwischen Deutschland (Niedersachsen und Schleswig-Holstein), Dänemark und den Niederlanden. Gemeinsames Ziel ist die Erhaltung eines dem Ökosystem angepassten vitalen Seehundbestandes.


 

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