Neuer Belag für die berühmte Sportstätte

Artikel vom 12.09.2022

Axel Pries

„Es waren schöne Zeiten“: Günther Schuster und Hans-Albin Jacob spielerisch in Startposition auf der alten Tartanbahn, die ersetzt wird. Bild: Axel Pries

Der Sportplatz Bleskeweg in Hinte erhält eine neue Tartanbahn. Mit der alten wurde einst TuS Hinte weithin bekannt, auch bei Olympia.

Eigens dafür hat die Gemeinde Hinte am Donnerstag Besuch bekommen: Niedersachsens Sportminister Boris Pistorius (SPD) überbrachte einen Förderbescheid für 400.000 Euro, damit die Tartanbahn der Sportanlage am Bleskeweg erneuert werden kann – nach fast 40 Jahren. Heute dient sie vor allem dem Schulsport der nahen IGS und der Grundschule. Tatsächlich aber hatte das Rot rund um den Rasenplatz für Hinte schon größere Bedeutung, ließ es den kleinen Standort doch für ein paar Jahre auf der deutschen Leichtathletikkarte aufleuchten. Das ahnte wohl niemand, als die Anlage eröffnet wurde im Jahr 1984.

Aber Hans-Albin Jacob und Günther Schuster können sich gut daran erinnern. Beide waren Lehrer an Emder Schulen, hatten 1979 die Leichtathletikabteilung von TuS Hinte übernommen, und Günther Schuster setzte sich für den Bau einer Leichtathletik-Sportanlage mit Kunststoffbahn auf dem kleinen Schulsportplatz am Bleskeweg ein.

„Von der Politik unterstützt“

Damit sollte der Leichtathletik-Sport in der Gemeinde gefördert werden. „Wir haben damals vor allem Sportabzeichen abgenommen.“ Klar, dass die damaligen TuS-Vorsitzenden Heinz Kirsten und Dieter Habertz von dem Vorstoß angetan waren. Aber auch der damalige Bürgermeister Bernhard Kappher, und Gemeindedirektor Garrelt Duin, beide sind inzwischen verstorben, setzten sich für das Vorhaben ein, den Sportplatz auszubauen. „Wir wurden von der Politik wohlwollend unterstützt“, erklärt Hans-Albin Jacob.

Mit Erfolg: 1981 kam der Beschluss des Gemeinderats zustande, im Bleskeweg eine richtige „L-Anlage“ zu bauen: mit 400 Meter-Rundbahn, Hoch- und Weitsprung- sowie Wurfanlagen. Das alles mit modernem Tartan-Untergrund, der einen griffigen, ebenen Boden garantiert. Damit nahm Hinte in der Region eine hervorragende Position ein: „Weder in Emden noch in Pewsum gab es eine solche Kunststoffanlage. Es war weit und breit die einzige“, sagt der 76-jährige Günther Schuster. Das Angebot lockte über die Gemeindegrenze hinaus: Auch Emder Schulklassen kamen für den Schulsport. „Hinte war damals konkurrenzlos.“

Die engagierten Trainer versammelten auf der neuen Tartan-Anlage talentierte, junge Sportlerinnen und Sportler aus der weiteren Umgebung, unter ihnen etliche, die auf Landesebene erfolgreich waren. Und auch ein Mädchen trainierte auf der Tartan-Bahn, das Hans-Albin Jacob am Emder Gymnasium empfohlen bekommen hatte: die Schülerin Silvia Rieger. Mit ihr an der Spitze sollte TuS Hinte bundesweit bekannt werden, gelang ihr doch als Hürdenläuferin der Aufstieg in die Weltspitze: als sechsfache Deutsche Meisterin, zweifache Junioren-Europameisterin, Spitzenplätzen bei Europmeisterschaften und der Teilnahme an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta.

Sportfest mit DDR-Athleten

„Es waren schöne Zeiten“, erinnert sich Günther Schuster. Er meint nicht nur den Glanz der Spitzensportlerin, sondern auch die Jahre, in denen Hinte auf der Tartanbahn viele gute Sportler antreten lassen konnte, die sich mit den eigenen, ebenfalls erfolgreichen Athleten maßen. Höhepunkt war das große Sportfest, das der Verein 1990 veranstaltete – im Sommer nach dem Mauerfall. „Es war das größte Sportfest in Ostfriesland“, meint Hans-Albin Jacob. Mit den Beziehungen, die er damals pflegte, gelang es, auch Leichtathleten der DDR nach Hinte zu holen, nebst bundesdeutschen Top-Sportlern wie Gudrun Abt, Sabine Everts oder dem Norder Olympia-Zehnkämpfer Frank Müller. „Bei den Sportfesten auf der Anlage war das der Höhepunkt.“

Indes: In Sachen Leichtathletik ist es beim TuS Hinte ruhig geworden, und auch die Tartanbahn ist in die Jahre gekommen. Der Rand bröckelt, es tun sich Risse auf. Für Sportfeste wäre sie nicht mehr tauglich. Wenn die Anlage jetzt saniert wird, so erzählt der dritte Vorsitzende Hans-Dieter Klaassen bei einem Besuch auf dem Sportplatz, dann hofft man bei TuS auf eine Wiederbelebung der Leichtathletik-Sparte: „Wir wollen das mit den Kindern wieder aufbauen.“

540.000 EURO INVESTITION

540.000 Euro sollen insgesamt in die Sanierung des Sportplatzes investiert werden. 400.000 kommen aus der Sportstättenförderung. Damit soll nicht nur die Tartanbahn erneuert werden. Auch die anderen Anlagen bekommen einen neuen Untergrund aus dem Material. Und der Rasen wird erneuert. Das Ganze soll ab dem Frühjahr 2023 geschehen, erklärt Bürgermeister Uwe Redenius (parteil.).


 

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