Norder Kitzretter rüsten auf

Artikel vom 09.05.2022

Ann-Kathrin Stapf

Vorsichtig setzt Ramona Fetting ein gerettetes Rehkitz nach der Mahd wieder im Feld aus. Bild: Archiv

Der Norder Verein zur Rettung von Rehkitzen hat technisch aufgerüstet. Sie haben weitere Drohnen angeschafft, was nicht nur Rehen, sondern auch Vögeln zugute kommt. Und sie haben weitere Pläne.

Ruhig und unbeweglich liegen junge Rehe im Gras, wenn Gefahr droht. Das mag bei Raubtieren helfen, nicht aber bei Mähmaschinen. Anfang Mai ist eine gefährliche Zeit für Rehkitze. Denn innerhalb eines kurzen Zeitraums werden die landwirtschaftlich genutzten Flächen gemäht. Damit die jungen Rehe nicht von den Maschinen erfasst und getötet werden, schwärmen schon seit Jahren Jäger im Hegering Norden-Leybucht aus, um sie aufzuspüren und in Sicherheit zu bringen. Das taten sie lange mit Hunden. Mittlerweile sind sie mit Drohnen unterwegs und haben in diesem Jahr kräftig aufgestockt. Und ihre Hilfsaktion hilft nicht nur den Rehen.

Tim Fetting Geschäftsführer des Hegerings Norden/Leybucht erklärt, auf der Suche nach jungen Rehen finden die Jäger auch Bodenbrüter. Dann können die Jäger, die eigens den Verein „Kitzrettung Norden“ gründeten den Bereich um den Nistplatz abstecken, sodass dort nicht gemäht wird. In diesem Jahr wird die Suche noch effektiver gestaltet als im letzten. Wurde im vergangenen Jahr noch mit einer Drohne gesucht, sind es in diesem Jahr drei. Fetting erklärt, dass es durch die Vereinsgründung möglich war Geld vom Bundeslandwirtschaftsministerium zu bekommen.

Fetting erklärt, es handle sich um spezielle Drohen mit Wärmebildkameras. Dieses schlügen mit 5000 bis 6000 Euro zu Buche. Finanziert wurden die Kameras des Vereins durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und die Förderung des Bundes. Die Drohnen werden von jeweils zwei Leuten bedient. Einer steuert das Gerät, der nächste überwacht den Bildschirm. Werden Kitz entdeckt, geht die Information an den Pächter weiter. Er, beziehungsweise die Landwirte sind es auch, die den Verein beauftragen Flächen abzusuchen. Ihr möglichstes zu tun, um, die Tiere auf den Wiesen zu schützen, ist eine rechtliche Verpflichtung.

Der große Vorteil der Drohnen sei ihre Effektivität, sagt Fetting. Es werden hunderte von Hektar abgeflogen. Dennoch, erklärt Fetting, konzentriere man sich auf Hotspot. Früher wurden Hunde für die Suche nach den jungen Rehen eingesetzt.

Es werde im Vorfeld immer versucht, die Tiere zu Vergrämen. Beispielsweise mit Knistertüten und Flatterbändern werden Geräusche erzeugt, die die Rehe nicht mögen. Im besten Fall führen sie dann ihre Jungtiere selbst aus der Gefahrenzone.

Derzeit habe der Verein 12 Mitglieder. Künftig, sagt Fetting, sei es aber der richtige Weg mehr Mitglieder zu werben. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten und Pächter laufe gut. Sicher müsse man aber auch mehr nach den Schnittstellen zu anderen Vereinen und Organisationen suchen und Privatpersonen aufmerksam machen.


 

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