So gefährlich sind private Kinderfotos im Netz

Artikel vom 22.10.2021

Anuschka Kramer

Die Polizei warnt: Wer über soziale Netzwerke Kinderfotos teilt, hat möglicherweise keine Kontrolle mehr, was mit den Bildern geschieht. Bild: Symbolbild Pexels 

Ein süßer Schnappschuss vom eigenen Kind ist schnell gemacht und in sozialen Netzwerken hochgeladen. Doch die Gefahr solcher Veröffentlichungen wird oft unterschätzt - auch in Ostfriesland

„Keine Kinderfotos ins Netz“ – eine Kampagne, mit der die Polizei seit Langem auf die Gefahren unbedarft geteilter Fotos hinweist, die jedoch viele Eltern noch immer nicht ernst nehmen – auch in Ostfriesland nicht.

„Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass der Schnappschuss, den sie so niedlich oder witzig finden und bei Facebook, Instagram oder über WhatsApp teilen, jederzeit über Dritte heruntergeladen werden kann“, warnt Polizeihauptkommissarin Svenia Temmen. Die Präventionsbeauftragte der Polizeiinspektion Leer/Emden weiß: Ist die Privatsphäreneinstellung nicht sehr eng gefasst, ist der Freundeskreis nicht mehr klein und überschaubar, kann es jederzeit passieren, dass ein Schnappschuss weitergeteilt wird. Vielleicht von den ersten Nutzern vollkommen unbedarft, doch das Netz vergisst nicht.

Weltweite Verbreitung

Einmal im World Wide Web, kann das Foto vom eigenen Kleinkind am Strand in den Händen von Pädophilen landen, weltweit. Es kann vervielfältigt und verunstaltet werden – dafür bieten das Internet und etliche Dienstleister eine Vielzahl von Möglichkeiten. „Alles ist möglich“, weiß Svenia Temmen.

Auch können Eltern ihre eigenen Kinder vollkommen unbewusst zu Mobbingopfern machen. „Wenn ich meinen Zwölfjährigen fotografiere, weil er sich gerade so niedlich bekleckert hat und ich das Bild poste, kann es in die Hände von Klassenkameraden gelangen, die es für Mobbing nutzen“, so Temmen.

Informiert bleiben

Dabei sollten nicht nur Eltern, Großeltern und Bekannte darauf achten, was sie posten, sondern auch die Kinder selbst. Gemeinsam, so wird bei den Ausführungen von Svenia Temmen deutlich, sollten sich Kinder und Eltern dem Thema Internet widmen, sich über Gefahren informieren, mehr über Sicherheitsvorkehrungen lernen. Heute in der Lage zu sein, WhatsApp zu verschicken oder einen Facebook-Account zu pflegen, bedeute nicht gleichzeitig, sich mit den tatsächlichen Gefahren auszukennen und das Wissen vermitteln zu können, warnt Svenia Temmen im Gespräch mit der Redaktion. Hier gelte es, sich umfassend und laufend zu informieren.


 

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