Sonderpreis trotz Aus im ersten Solarboot-Rennen

Artikel vom 13.06.2022

Kornelia Sojka

Das Emder Solarboot mit Fahrer Lukas Sikken kurz vor dem Kentern. Bild: Hochschule

So hatte sich das Team Emden seine Teilnahme am Solarboot-Wettbewerb im niederländischen Akkrum sicher nicht vorgestellt: Eine Windböe ließ das Boot kentern. Doch am Ende gab es einen Sonderpreis.

Die erste Teilnahme seit der Corona-Pandemie an einem Solarboot-Wettbewerb hat dem Emder Hochschulteam am vergangenen Himmelfahrtswochenende im niederländischen Akkrum zunächst eine herbe Enttäuschung beschert. Doch am Ende gab es für die Emder einen Sonderpreis, und zwar für ihre ebenso konstruktive wie positiv gestimmte Zusammenarbeit.

Die Zeit während der Pandemie hatte das Team genutzt, um das Solarboot zu optimieren. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf der Anwendung sogenannter Hydro-Foils. Dabei handelt es sich um Tragflächen unter dem Bootsrumpf, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit das Boot aus dem Wasser heben – ähnlich wie bei einem Flugzeug. Entsprechend musste auch ein neues Antriebskonzept her, damit der Abstand zwischen Propellerspitze und Wasseroberfläche stimmt.

Pech am ersten Tag

Doch bereits am ersten von drei Renntagen hatten die Emder einfach Pech. Im Zuge des Rennens, an dem unterschiedliche Konstellationen von Solarbooten anderer Universitäten, Fachhochschulen, Schülern und sogar Hobbytüftlern an den Start gingen, nahm der Wind nicht unerheblich zu und erreichte Windstärke sieben. Im Langstreckenrennen, bei dem das Team gewinnt, das eine Route von 50 Kilometern in kürzester Zeit absolviert, erfasste in einer Kurvenfahrt dann eine Böe die Decks des Emder Boot und brachte es vollständig zum Kennern. Zum Glück ist dem Fahrer Lukas Sikken nichts passiert. Doch an Land entdeckte das Emder Team das Ausmaß des Unfalls. Erschüttert musste es feststellen, dass jegliche Elektronik, die bei einem Solarbetriebenen Boot den Großteil ausmacht, zerstört wurde. Eine Teilnahme an weiteren Disziplinen des Wettbewerbs war damit hinfällig. Doch so leicht gaben die Emder nicht auf. Unmittelbar nach dem Unfall zeigten sie sich besonders kreativ. Sie griffen zu Paddeln und brachten das Boot mit vereinten Kräften an die Startlinie, um von dort zu einem Sprint-Rennen zu starten. Das Team paddelte begleitet vom Jubel der Zuschauer und kam nach 3:50 Minuten ins Ziel. Dass das Emder Team damit den letzten Platz belegte, war nicht mehr relevant. Denn neben Ehrgeiz und Teamgeist haben sie ein Zeichen dafür gesetzt, sich nicht von Rückschlägen unterkriegen zu lassen.

Preis für besondere Leistungen

Schon seit Jahren wird bei der traditionellen Preisverleihung in Akkrum ein zusätzlicher Preis für besondere Leistungen vergeben. Dieser ist dem im Jahr 2018 verunglückten Organisator Boule Froentjes gewidmet. Sowohl die Organisatoren als auch die mitstreitenden Teams waren sich einig, dass „natürlich unsere Freunde aus Emden“ diesen Preis erhalten sollen.

Für die Emder war es das erste Mal, dass sie in Akkrum einen Preis gewannen. „Das war so süß“, sagte Teammitglied Laura Napiorkowski im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Emder Team war mit sechs Leuten und zwei Medientechnikern nach Akkrum gefahren.


 

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