Start-ups wachsen im Wiesmoorer Gründerzentrum

Artikel vom 16.01.2023

Detlef Kiesé

Das Wiesmoorer Gründerzentrum am Hopelser Weg ist derzeit gut ausgelastet. Mehreren Firmen hat die Kommune hier eine Starthilfe geboten. Bild: Detlef Kiesé

Einrichtung in Wiesmoor schreibt seit sieben Jahren eine Erfolgsgeschichte. Wirtschaftsförderer Hinrich Beekmann wirbt mit erschwinglichen Mieten.

Das Gründer- und Kleinunternehmerzentrum im Wiesmoorer Stadtteil Wiesederfehn hat sich bewährt. Es bietet kleinen Unternehmen und Existenzgründern eine gute Möglichkeit, um kostengünstig zu starten und ihre Firma oder Marke bekannter zu machen. „Siebeneinhalb Jahre nach Betriebsaufnahme kann man sagen, dass sich diese Einrichtung gefestigt und etabliert hat“, sagt Hinrich Beekmann, als Fachbereichsleiter auch zuständig für Wirtschaftsförderung. Mehrere Start-up-Firmen hätten sich hier ausprobieren und eine Basis für ein rentables Wirken finden können.

Positive Beispiele

 Als positives Beispiel sieht Beekmann das Unternehmen Gasklar, das sich von einem kleinen Serviceunternehmen zu einem starken Dienstleister für bundesdeutsche Energieversorger entwickelt hat. „Weil Gasklar aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, aber noch in einem Hallenteil am Hopelser Weg bleiben möchte, zahlt das Unternehmen seit einiger Zeit die marktübliche Miete“, wie Wirtschaftsförderer Hinrich Beekmann berichtet. „Die haben eine enorme Entwicklung hingelegt.“

 Unter dem Dach des Wiesmoorer Gründer- und Kleinunternehmerzentrums kümmert sich außerdem Andreas Tjarks um Fenster- und andere Bauelemente – es handelt sich um eins der ersten Start-up-Unternehmen an dieser Stelle. Eine Tür weiter betreibt Michael Lombeck seine „Weinprofis“.

Neue Mietpreise

Für beide Firmen läuft demnächst eine bestimmte Frist ab, sodass Beekmann mit den Inhabern das Gespräch sucht und gegebenenfalls neue Mietkonditionen benennt, wenn das Unternehmen aus dem Anfangsstatus herausgewachsen ist. Eine Mietanpassung aufgrund des mittlerweile wirtschaftlichen Erfolgs hat es auch schon beim Windanlagenbetreiber Carpe Ventos gegeben.

Neu ist seit September vergangenen Jahres die Firma „Windmeister“, die sich um Dienstleistungen für Windkraftanlagen kümmert und entsprechende Ersatzteile bereit hält. Geschäftsführer ist Eike Sanders. Die Freiflächen im Außenbereich sind ebenfalls vermietet – unter anderem an ein Unternehmen, das hier ein Materiallager unterhält, weil es derzeit die Wasserleitung von Friedeburg in westlicher Richtung durch Wiesmoor baut.

 Großen Druck für das Freiräumen einer Teilfläche hat Wirtschaftsförderer Hinrich Beekmann allerdings nicht. „Die Nachfrage von Start-up-Unternehmen hat in den Corona-Jahren stagniert“, berichtet er auf Nachfrage.

Start mit zwölf Firmen

Im August 2015 hatte die Stadt Wiesmoor das ehemalige Trinks-Gelände von 2,2 Hektar erworben, auf dem im Zusammenhang mit dem 4100 Quadratmeter großen Gebäudebestand (Hallen-, Gemeinschafts- und Büroflächen) das Gründer- und Kleinunternehmerzentrum entstehen sollte.

„Zeitgleich baten fünf Wiesmoorer Neu- und Kleinunternehmer bei der Wirtschaftsförderung um Unterstützung auf der Suche nach geeigneten Produktions-, Lager- und Unterstellflächen“, erinnert sich Hinrich Beekmann. „Nachdem die Räumlichkeiten und die Außenanlagen renoviert und entsprechend den Bedürfnissen umgestaltet waren, um innovativen Gründern und Kleinunternehmen attraktive und bedarfsgerechte Räume zu bieten, lief der Betrieb Anfang 2016 an.“

Start war mit zwölf Firmen, von denen sich manche verselbstständigt haben. 2019 wurde auf dem Gelände die Wirtschaftsschau „Wies-maal-Wies-moor“ mit 95 Unternehmen veranstaltet.


 

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