Tablets helfen Geflüchteten bei Kommunikation

Artikel vom 25.11.2022

Detlef Kiesé

Freuten sich über die Übergabe von 17 Tablets für Geflüchtete: v. l. Schulleiterin Anja Heeren, Lions-Präsident Gero Hirsch, Ideengeber Günter Peters, Schulleiterin Andrea Harms, Jens Remmers, Schulleiterin Bettina Gruh und Bürgermeister Sven Lübbers. Bild: Detlef Kiesé

Die Digitalisierung ist vor allem in de Schulen wichtig. Aber nicht jede Familie kann es sich erlauben, ein eigenes Tablet anzuschaffen. Der Lions Club Wiesmoor und der aus Großefehn übergaben nun 6000 Euro an die drei Grundschulen in Wiesmoor.

Wenn sich Geflüchtete unter den Grundschülern in den Pausen mit ihren einheimischen Mitschülern unterhalten wollten, haben sie immer wieder einmal das Smartphone einer Lehrerin oder eines Lehrers genutzt. So konnten sie zur Hilfestellung eine Übersetzungs-App verwenden.

Dies ist künftig nicht mehr erforderlich. Gero Hirsch, Präsident des Lionsclubs Wiesmoor-Großefehn, überreichte den Leitungen der drei Grundschulen im Wiesmoorer Stadtgebiet 17 Tablets, mit denen die Übersetzungsfunktion zwischen den Landessprachen jetzt möglich ist – und einiges mehr.

Sponsorenlauf von Kindern stand am Anfang

Die Besonderheit dieser Unterstützung hob bei der Übergabe Günter Peters hervor, der Hirschs Vorgänger im Amt beim Serviceclub war und dieses Projekt umgesetzt hatten. Die Initialzündung habe nämlich ein Sponsorenlauf beim Kindergarten „Muuskestuv“ in Mullberg gegeben, bei dem 75 Schülerinnen und Schüler den stattlichen Betrag von 3704 Euro erzielten. Das habe Leiterin Tomma Schellenberg-Peters mitgeteilt. Eltern und andere Verwandte hatten je absolvierter Runde einen Obolus gespendet.

„Unser Club hat die Summe dann auf den Betrag von 6000 Euro aufgestockt, wobei mehr als 1000 Euro aus unserer Pfandbon-Aktion einflossen“, rechnete Gero Hirsch vor. Mit dem Betrag habe man 17 Exemplare des multimedialen Tablets kaufen können, was genau dem von den Lions ermittelten Bedarf an den drei Grundschulstandorten Wiesmoor-Mitte, Am Ottermeer und Am Fehnkanal entspricht.

Dass es bis zur Übergabe nun noch einige Monate dauerte, was insbesondere Günter Peters wurmte, lag an den vorgeschriebenen Formalien. „Der Stadtrat muss derartig hohen Spenden zunächst einmal absegnen“, erklärte Bürgermeister Sven Lübbers.

Stadt spielte die Lernsoftware auf

Außerdem hätten Mitarbeiter der städtischen IT-Abteilung die Geräte konfigurieren, die Lizenzen besorgen und die passende Lernsoftware aufspielen müssen. „Eine App hat zum Beispiel Deutsch als Zweitsprache zum Inhalt. Damit können die Kinder selbstständig agieren“, sagte Schulleiterin Anja Heeren von der Grundschule Wiesmoor-Mitte.

Auch ihre Kolleginnen Andrea Harms (Schule am Ottermeer) und Bettina Gruh (Schule am Fehnkanal) dankten für die digitale Ausstattung, die den jungen Ukrainern zugute komme. In Wiesmoor-Mitte werden derzeit zehn Kinder aus dem Kriegsgebiet unterrichtet, am Ottermeer sind es zwei und in Hinrichsfehn einer. Nach Ansicht von Bürgermeister Sven Lübbers muss sich die Kommune allerdings auf eine steigende Zahl an Zuweisungen einstellen.

Viele der Kinder seien bereits mit einem eigenen Tablet ausgestattet, berichtete Anja Heeren. Die Schulen besäßen aber auch Ausleih-Tablets für Kinder sozialschwacher Familien.

Digitalisierung an Schulen kommt voran

Die Digitalisierung in den Schulen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Wiesmoor macht weitere Fortschritte, nachdem die Glasfaseranschlüsse sowie die jeweiligen Netzwerkkabel im vergangenen Jahr verlegt wurden. „Aktuell haben wir den letzten Antrag aus dem Digitalpakt auf den Weg gebracht“, berichtete Heiner Schoon aus dem kommunalen Fachbereich Soziales. Im nächsten Jahr sollen mehr als 62 000 Euro für interaktive Tafeln (Active Panels) in den Klassenräumen ausgegeben werden. Insgesamt, so Schoon, habe man somit fast 197 000 Euro investiert. Weitere technische Erfordernisse würden aus dem kommunalen Haushalt bezahlt werden, wenn denn der Stadtrat die Gelder dafür freigibt.

Laut Bürgermeister Lübbers ist die Stadt gewillt, die digitalen Angebote an den Schulen weiter auszubauen. „Die Schüler sollen ja lernen, was sie in der Arbeitswelt erwartet. Und da gehören die digitalen Medien und das Smartphone heute dazu – quasi als Werkzeug.“ Eltern sollten allerdings wissen, in welchen Bereichen im Internet sich ihr Kind bewegt, unterstrich Lübbers.


 

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