Traum vom Medizinstudium für Notfallsanitäter zum Greifen nah

Artikel vom 25.01.2023

Aike Sebastian Ruhr

Notfallsanitäter Janko Holmer-Hoven aus Leer hat kürzlich den Test für medizinische Studiengänge so gut bestanden, dass seine Chancen auf einen Medizinstudienplatz nun größer sind denn je. Bild: Privat

Der Notfallsanitäter Janko Holmer-Hoven aus Leer versucht seit drei Jahren vergeblich, einen Medizin-Studienplatz zu ergattern. Nun hat sich das Blatt gewendet – trotz eines schlechten Abiturs

Nun rückt die Erfüllung seines größten Traums in greifbarer Nähe: Der Notfallsanitäter Janko Holmer-Hoven aus Leer hat kürzlich den Test für medizinische Studiengänge so gut bestanden, dass seine Chancen auf einen Medizinstudienplatz nun größer sind denn je. Seit mehr als drei Jahren versucht er vergeblich, Medizin zu studieren. Doch selbst eine Ausbildung zum Rettungs- und später zum Notfallsanitäter haben nicht zu einer Platzzusage geführt, stattdessen hagelte es Absagen. Der Grund: Im Alter von 20 Jahren hat er sein Abitur mit der Durchschnittsnote 3,5 abgelegt – und das war bislang sein Verhängnis.

Testergebnis wichtiger

Doch durch den Test für medizinische Studiengänge konnte er seine Chancen deutlich verbessern. Die meisten Unis gewichten das Testergebnis höher als die Abiturnote. Durch das sehr gute Abschneiden hat der Leeraner nun quasi die freie Wahl, wie er sagt: „Das ist jetzt so, als würde ich mich mit einem 1,0 Abitur bewerben.“ So richtig freuen kann sich Holmer-Hoven aber noch nicht. Zu groß ist noch die Angst, dass es doch noch schiefgehen könnte und sein Traum doch noch platzt. Deshalb habe er auch schon mit mehreren Unis telefoniert und sich informiert, ob sich bis zum Wintersemester noch etwas an den Zugangsberechtigungen ändern könnte: „Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich, aber die Angst ist da“, hieß es. Läuft jetzt aber alles nach Plan, dann möchte Holmer-Hoven in Münster oder Lübeck studieren. Diese Universitäten hätten nicht nur einen guten Ruf, sondern er könnte sich ein Leben dort auch vorstellen: „Es ist aber immer noch schier unglaublich für mich. Vor dem Test wäre ich überall hingegangen, selbst ins hinterletzte Dorf. Und jetzt kann ich mir quasi aussuchen, wo ich das Studium beginne.“

Privatstudium vom Tisch

Und damit ist auch der risikoreiche Plan B vom Tisch. Denn Holmer-Hoven hatte überlegt, wenn er durch den Test seine Chancen nicht deutlich hätte verbessern können, ein Privatstudium aufzunehmen. Damit hätte er sich aber hoch verschulden müssen: „Und man weiß ja nie, wie das Studium läuft“, so der Notfallsanitäter. Doch nach dem überdurchschnittlich guten Testergebnis ist er optimistisch. Denn er habe wieder einmal gemerkt, wie viel Spaß ihm das Lernen mache: „Mich interessiert das alles, mir macht das Spaß“, so der Leeraner. Und sein Beispiel zeige, wie „albern“ der Numerus Clausus in vielen Studiengängen sei.


 

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