Wird es in der Friesentherme künftig kälter?

Artikel vom 20.07.2022

Stephanie Schuurman

Wird die Friesentherme Emden künftig an den Wassertemperaturn schrauben müssen? Auch dieses Bad könnte unter die kommunalen Einparmaßnahmen fallen. Bild: Stephanie Schuurman

In ganz Deutschland wird zum Energiesparen aufgerufen, in Emden wird derweil noch an einem „Maßnahmenpaket“ gearbeitet. Ob auch die Friesentherme auf der Streichliste steht, ist offen.

Die Energiekrise macht sich auf allen Ebenen bemerkbar. Städte und Kommunen loten Sparpotenziale aus, die natürlich auch vor öffentlichen Schwimmbädern nicht Halt machen. Droht nun auch der Emder Friesentherme eine Drosselung der Wassertemperatur oder gar eine zeitweise Schließung? Bleiben Saunen womöglich kalt? Antworten auf diese Fragen bleiben der Betreiber GMF und die Wirtschaftsbetriebe Emden als Auftraggeber bislang schuldig. Andere sind da offensichtlich schon ein bisschen weiter.

Gegenüber dieser Redaktion wurde seitens des Pressesprechers der Wirtschaftsbetriebe, Andreas Polle, lediglich erklärt, dass zu diesem Zeitpunkt über diese Problematik noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben werden kann. Nicht auszuschließen ist aber offenbar, dass das Bad Teil des von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) angekündigten Maßnahmenpakets sein wird, das ein Krisenstab in diesen Wochen erarbeiten will. Wie berichtet, haben die Stadtverwaltung und die Stadtwerke diesen Stab unter anderem mit dem Ziel eingerichtet, alle Emder „warm durch den Winter zu bekommen“, so Kruithoff. Ergebnisse soll es aber erst nach der Sommerpause geben.

Was auf Bürger zukommt

Unterdessen sind andere Städte vorangegangen. So hat etwa Augsburg bereits beschlossen, angesichts der Gasknappheit und der Kostenexplosion die Wassertemperaturen in städtischen Bädern zu senken und Benutzungszeiten einzuschränken. Man muss aber nicht bis nach Süddeutschland blicken, um deutlich zu machen, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Krise seitens der Kommunen noch auf die Bürger zukommen dürften: So hat jüngst Oldenburg beschlossen, unter anderem die städtischen Hallenbäder in den Sommerferien zu schließen. Außerdem ist die Warmwasseraufbereitung der Sportstätten in den Ferien abgeschaltet. Als weiterführende Maßnahmen ist von einer Abdeckung der Freibad-Becken die Rede.

Raumtemperatur

Das Oldenburger Maßnahmenbündel betrifft darüber hinaus alle kommunalen Einrichtungen der Stadt. So sollen dort ab Herbst die Raumtemperaturen auf Mindestwerte abgesenkt werden. In Schulräumen und Kitas werden es künftig maximal 20 Grad sein (Ausnahmen für Wasch-, Schlaf- und Pausenräume in Kitas), ebenso in Büroräumen; Lagerräume sollen maximal 17 Grad warm werden. Geprüft wird außerdem unter anderem ein Notdienst in städtischen Ämtern über den Jahreswechsel, die Verdichtung von Bürobelegungen, eine Abschaltung der Straßenbeleuchtung von 2 bis 6 Uhr und weiterer Ampelanlagen ab 22 Uhr sowie ein Notfallfahrplan im ÖPNV.

Weitere Maßnahmen sind in Arbeit. Insgesamt werden Einsparungen von mindestens 20 Prozent Energie erhofft. Auch in Hinte gibt es jetzt erste konkrete Sparankündigungen.

Bürgerbad auf Kurs

Das Van-Ameren-Bad in Emden ist dagegen schon lange auf Sparkurs. Eine 20-prozentige Energie-Einsparung erzielt das Emder Bürgerbad schon seit 2002. Seither sorgt eine Solar-Anlage für eine Vorerwärmung des Wassers fürs Becken und für die Duschen, wie der technische Leiter, Peter Kurzak, erklärte. Auf eine Drosselung der Wasser-Temperaturen, um Gas einzusparen, werde deshalb aktuell noch verzichtet.

Eine gewisse Wärme sei auch erforderlich, um die Gefahr der Legionellenbildung auszuschließen. Wie es allerdings im nächsten Sommer aussieht, ist ungewiss. Kurzak: „Bei einer Gas-Rationierung sind die Bäder die ersten Einrichtungen, die geschlossen werden.“

Chancen verpasst?

Welche Einschnitte generell in Emden getroffen werden sollen, hängt nun aber erst einmal von den angekündigten Ergebnissen des Krisenstabs unter der Leitung des OBs ab. Das Maßnahmenpaket soll nach den Ferien bekannt gemacht werden. Bis dahin bleibt wohl auch die Frage unbeantwortet, ob Chancen zum Einsparen möglicherweise schon verpasst worden sind.

Die Friesentherme jedenfalls hat erst einmal ab Montag geschlossen: wegen Revisionsarbeiten bis zum 5. August.


 

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