Diese drei Vereine wollen in der Erfolgsspur bleiben

Von Lars Ruhsam

Augen zu und durch: Rickey Paulding und Dominic Lockhart werden mit ihren Vereinen wieder aufeinandertreffen.   BILD: REMMERS

OLDENBURG – Nach dem Blick auf Meister Berlin und Vizemeister München geht es im zweiten Teil der Wechselbörse mit Ulm, Ludwigsburg und Bamberg weiter.

 Ratiopharm Ulm

Die starke Saison hat Begehrlichkeiten geweckt. Mit Dylan Osetkowski (Villeurbanne/Frankreich), Troy Caupain (Darussafaka Istanbul) und Andreas Obst (München) haben drei Leistungsträger den Verein verlassen. Gleiches gilt für Patrick Heckmann (Bamberg), John Petrucelli (Brescia/Italien), Demitrius Conger (Petkim/Türkei), Cameron Clark (unbekannt) und Isaiah Wilkins (Karriereende). Trainer Jaka Lakovic hingegen hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert – genau wie Vereinslegende Per Günther, der in seine 14. Saison in Ulm und die wohl letzte seiner Karriere geht. Zudem bleibt Aufbau Thomas Klepeisz, der den Ulmern gleich für weitere drei Jahre die Treue hält. Mit Karim Jallow (aus Braunschweig) kommt einer der begehrtesten deutschen Spieler an die Donau, aus Vechta wechselt Philipp Herkenhoff. Jallow verletzte sich in der Vorbereitung, für zunächst sechs Wochen wurde daher der US-Amerikaner Justin Simon (zuletzt NBA-Summerleague) verpflichtet. Seine Landsleute Jaron Blossomgame (Nahariya/Israel) und Semaj Christon (Bursa/Türkei) sollen auf der großen Flügelposition beziehungsweise im Spielaufbau agieren, auf der Centerposition soll Christiano Felicio Präsenz zeigen. Der langjährige NBA-Profi (zuletzt Chicago Bulls) will sich nun in Europa beweisen. Mit dem 17-jährigen Montenegriner Fedor Zugic kommt zudem ein europäisches Toptalent nach Ulm.
Einschätzung: Die Abgänge dreier Leistungsträger wiegen schwer. Doch Ulm ist zu einer der besten Adressen in Deutschland geworden, entsprechend gute Spieler kommen an die Donau. Ulm dürfte wieder zu den besten Mannschaften der Liga gehören – wenn alle Verpflichtungen einschlagen.

 RIESEN LUDWIGSBURG

Bei den Schwaben setzt Trainer  John Patrick stark auf Spieler mit Erfahrung und auf Kontinuität. Aus Bayreuth kommt David Walker, James Woodard  von Peristeri (Griechenland). Vom College kommt der deutsche Jonathan Bähre. Aufbau Jordan Hulls hat seinen Vertrag ebenso verlängert, wie Jonas Wohlfahrt-Bottermann, Jonah Radebaugh, Lukas Herzog, Defensiv-Spezialist Yorman Polas-Bartolo und die beiden Trainer-Söhne Johannes und Jacob Patrick. Nicht mehr an Bord sind Javontae Hawkins, Andrew Warren  (Verträge aufgelöst), Jaleen Smith (Alba Berlin), Desi Rodriguez (Würzburg), Ralph Hounnou (Bonn), Barry Brown und Jamal McLean (beide unbekannt). Oscar da Silva wechselt (noch) nicht in de NBA und bleibt bei den Schwaben. Offen ist die Personalie Tremmel Darden. Und auch die Neuzugänge Scottie James Jr. (Gießen) und Quinton Hooker (MBC) scheinen bereits wieder vor dem Absprung zu stehen. MIt Testspieler Zaccheus Darko-Kelly steht Ersatz aber schon bereit.
Einschätzung: Die Mischung aus Kontinuität und Erfahrung bei den Zugängen ist neu in Ludwigsburg, aber ebenso Erfolg versprechend – könnte aber durch die kolportierten Trennungen auch schon wieder hinfällig sein. Liga-MVP Smith wird den Schwaben sicher fehlen, aber John Patrick wird mit seinem temporeichen und defensivstarken Spielstil die Gegner wieder vor reichlich Probleme stellen.

 BROSE Bamberg

Von Kontinuität ist man im Frankenland hingegen ein gutes Stück entfernt. Nur Christian Sengfelder (zwei Jahre) und Nachwuchsspieler Elias Baggette (drei Jahre) haben ihre Verträge verlängert, Dominic Lockhart und Kenneth Ogbe besaßen noch Verträge. Die übrigen Akteure haben den Verein allesamt verlassen: Chase Fieler (Japan), David Kravish (Galatasaray Istanbul), Devon Hall (Mailand), Michele Vitali (Venedig), Bennet Hundt (Oldenburg), Tyler Larson, Shevon Thompson und Alex Rouff (alle unbekannt). Platz also für jede Menge neue, aber auch in der Liga bekannte Gesichter. Nach zwei Jahren in Ulm kehrt Patrick Heckmann nach Bamberg zurück. Travis Simpson, bereits in Vechta aktiv, zieht es nach einem Jahr in der Türkei wieder nach Deutschland, Marvin Omuvwie kommt aus Göttingen, Joel Aminu von Zweiligist Hagen. Den Spielaufbau soll Justin Robinson (Pesaro/Italien) mit gestalten, auf den kleinen Positionen ist auch Jamal Morris (Warschau/Orléans) heimisch. Vom tschechischen Spitzenclub Nymburk kommt Small Forward Omar Prewitt, die Center Martinas Geben und Derek Cooke Jr. von Zalgiris Kaunas (Litauen) beziehungsweise Minsk (Belarus).
Einschätzung: Das erste Jahr unter Trainer Johan Roijakkers verlief insgesamt positiv, wenn auch noch nicht reibungslos. Das Erreichen der Playoffs stimmte aber das Umfeld wieder versöhnlich. In Bamberg müssen Verantwortliche und Umfeld akzeptieren, dass sie zwar weiter zu den besseren Adressen im deutschen Basketball gehören, aber nicht mehr die Nummer eins sind. Gelingt dies, sind Erfolge durchaus möglich. Der Kader hat dazu das Potenzial.


 

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